Leserbriefe

Hans Frick

Von Hans Frick (Badenweiler)

Do, 16. August 2018

Badenweiler

WOHNBEBAUUNG
Missachtung des Entwicklungskonzepts
Zu unserem Beitrag "Brühl Südwest nimmt Formen an" vom 7. August erreichte uns folgender Leserbrief.
Mit der Entscheidung, die bisherige Grünfläche des Brühls einer Wohnbebauung zuzuführen, missachten die für die Bauleitplanung zuständigen Gremien in eklatanter Weise ihre im umfassenden Kurorts- und Gemeindeentwicklungskonzept 2020 formulierten Grundsätze und Ziele, nachlesbar in der veröffentlichten Broschüre Badenweiler "Der umweltfreundliche Kur- und Fremdenverkehrsort" [von 1994 – Anm. der Red.]. Angesichts der Pläne für den Brühl-Südwest fragt man sich: Was ist daraus geworden, und wissen die jetzigen Gemeinderäte überhaupt etwas von diesem Konzept?

Der Bereich Brühl wurde damals aus bioklimatischer Sicht als hochsensibles Gebiet eingestuft, bei dem das zur Bebauung vorgesehene Gebiet noch einmal reduziert wurde auf etwa ein Viertel der jetzt geplanten Baufläche. Sollte das Gebiet überhaupt anders genutzt werden, so sollte es künftig für hochwertige Kur- und Fremdenverkehrseinrichtungen vorbehalten bleiben, dabei Aussichtspunkte und Sichtbeziehungen auf den Ort ermöglichen, Kuppen und vom Ort aus sichtbare Flächen sollten frei bleiben. Für einen normalen Wohnungsbau wurde diese landschaftgestalterisch empfindliche Fläche ausdrücklich nicht empfohlen. Die jetzigen Pläne missachten die gut begründeten und detaillierten Empfehlungen vollkommen und stellen mit einer im Ort bisher nicht da gewesenen Verdichtung von Überbauung das genaue Gegenteil dar.

Der Brühl ist die grüne Lunge Badenweilers. Die abendliche Kaltluft kann jetzt noch vom Blauen und dem Gebiet Köhlgarten durch das Weilertal bis in die Ebene fließen. Die Dichtbebauung auf der grünen Wiese verschlechtert die thermischen Bedingungen, sorgt für geringere Windgeschwindigkeiten, für höhere Temperaturen durch die in den Bauten gespeicherte Hitze, für geringere Feuchtigkeit und lenkt die kühle Luft in große Höhen ab, so dass sie den Orten nicht mehr zugute kommt, so wie es mit dem Höllentäler in Freiburg bereits seit vielen Jahren passiert. Welche Bedeutung solche Vorgänge haben angesichts heutiger und künftiger Heißsommer können wir uns beim Erleben der diesjährigen Hundstage vorstellen.

Zu hoffen ist, dass die circa 40 Grundstückseigentümer wie beim vergangenen Nutzungsversuch standhaft bleiben, auch wenn nach bewährter Salamitaktik schon viel Honorar an den Stadtplaner und das Ingenieurbüro geflossen ist. Sparen geht anders! Hans Frick, Badenweiler