Leserbriefe

Beatrix Schwanenberg (Bad Krozingen )

Von Beatrix Schwanenberg (Bad Krozingen )

Mo, 20. August 2018

Bad Krozingen

MIETEN FÜR FLÜCHTLINGE
Kein Grund zur Freude
Zu den BZ-Recherchen über die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen (BZ vom 10. August) schreibt eine Leserin:

Landeserstaufnahmeeinrichtung und Gemeinschaftsunterkunft haben sie hinter sich. Endlich steht ihnen die Anschlussunterbringung offen! Aber ist es wirklich ein Grund zur Freude, wenn sich drei unbekannte Männer 25 Quadratmeter mit drei Metallbetten und drei Spinden teilen und dafür 690 Euro zahlen müssen? Von 15 Personen gemeinschaftlich zu nutzender Aufenthaltsraum, Küche, WC, Dusche machen dies nicht wirklich günstiger. Auch wenn der Hauptamtsleiter der Gemeinde Münstertal betont, dass die Mieten sich innerhalb (wohl gemeint: unterhalb?) der vom Landkreis festgelegten Obergrenze bewegen, scheint mir das doch sehr hoch zu sein. Wahrscheinlich ist die Kurtaxe inbegriffen. "Die allgemeine Wohnungsnot macht die Anschlussunterbringung der Gemeinden nicht einfach", so die BZ. Doch wie schon frühere Beispiele (Gastarbeiter in den 1960er-Jahren, Über- und Aussiedler um 1990) gezeigt haben, scheint es für die Besitzer mancher Immobilien einfacher zu sein, diese durch Vermietung an oben genannte Gruppen zu erhalten, sie letztendlich sogar aufzuwerten. Das Landratsamt genehmigt diese Mieten, bezahlen müssen aber die Flüchtlinge, die Erwerbsarbeit leisten, beziehungsweise wir, die Bürger, für die Flüchtlinge, die noch keine Arbeit gefunden haben.

Beatrix Schwanenberg, Bad Krozingen