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18. März 2017

Leserbriefe

SCHLUCHSEE
"Der Strom geht verloren"
Leserbrief zu der Diskussion um den Pegel des Schluchsees:
Die Schluchseewerk AG beruft sich auf die Energiewende und möchte den bestehenden Konsens aufkündigen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Interessen von Naturschutz, Tourismus und Freizeitwert sollen dem Gewinnstreben der Mutterkonzerne RWE und EnBW untergeordnet werden. Das ist bedauerlich und man kann nur hoffen, dass das Regierungspräsidium einen klaren Kopf behält. Den klaren Kopf braucht man auch beim Lesen der Badischen Zeitung. Wenn man dort liest: "Je mehr Wasser abgelassen werden kann, desto mehr Strom kann erzeugt werden", ist das nicht präzise formuliert. Richtig wäre: "Je mehr Wasser abgelassen wird, desto mehr muss auch wieder hochgepumpt werden." Echte Stromerzeugung erfolgt am Schluchsee nur durch die Verwertung des natürlichen Zuflusses durch Niederschlag am See und in der Region. Für die Gewinnung dieses Stroms benötigt man aber keine Pegelschwankungen. Die großen Pegelstandunterschiede werden allein für die Funktion als Pumpspeicherkraftwerk benötigt. Und in diesem Betriebsmodus gibt es einen Verlustfaktor von circa 30 Prozent beim Hochpumpen und nachfolgendem Stromgewinnen durch Ablassen. Es wird also kein Strom gewonnen, sondern er geht verloren. Zudem muss man wissen, dass aufgrund des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien hauptsächlich überschüssige Energie aus Kohlekraftwerken und anderen konventionellen Energieerzeuger im Schluchsee gespeichert werden. Wenn Herr Steinbeck von der Schluchseewerk AG also die neuen Mindestpegelstände mit den Worten: "Den Strom, den wir liefern, muss kein Kohlekraftwerk erzeugen" begründet, dann ist das irreführend. Richtig müsste Herr Steinbeck sagen: "Damit wir eine Kilowattstunde Strom liefern können, müssen wir vorher 1,4 Kilowatt Strom aus einem Kohlekraftwerk in den Schluchsee pumpen."

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Stefan Meier, Kirchzarten

Autor: Stefan Meier, Kirchzarten