Leserbriefe

Peter Geiselmann (Münstertal )

Von Peter Geiselmann (Münstertal )

Do, 26. Juli 2018

Münstertal

WINDKRAFT IM MÜNSTERTAL

Unverantwortlicher Umgang mit Trinkwasser
In der Debatte um mögliche Windkraftanlagen in Münstertal haben uns zwei Leserbriefe erreicht.

Es ist erschreckend, wie gering das kostbarste Gut sauberes Trinkwasser geschätzt wird. Ansonsten könnte niemand auf die Idee kommen, in einem Quellfassungs-und Wasserschutzgebiet viele tausend Tonnen schwere Windkraftanlagen bauen zu wollen. Der geplante Standort auf dem Breitnauer Kopf versorgt die Gemeinden Staufen und Obermünstertal und damit tausende Haushalte mit bestem Trinkwasser. Ein Gutachten der Investorenseite schätzt das Risiko für die Quellen gering, ein Gutachten der Stadtwerke Müllheim-Staufen (Wasserversorger) sieht erhebliche Risiken. Schockierend ist die Aussage des Investors Enercon: "Darüber hinaus ist es für uns selbstverständlich, dass ein Windpark lokal auch negative oder als negativ wahrgenommene Auswirkungen auf Mensch und Natur haben kann". Wer will denn die Haftung und Verantwortung für einen möglichen Ausfall der Wasserversorgung mehrerer tausend Haushalte übernehmen? Bauherr Enercon, die Planungsgesellschaft Münstertal, die Gemeinde Münstertal, das Regierungspräsidium Freiburg? Die betroffenen Bürger sind doch zum Schluss wieder die Leidtragenden. Es ist unverantwortlich unser Trinkwasser für einen fragwürdigen Beitrag zur Energiewende in einer Schwachwindregion aufs Spiel zu setzen.
Peter Geiselmann, Münstertal
Höhepunkt der versuchten Verdummung
Der Versuch die Bürger zu verdummen und die Wähler an der Nase herumzuführen, wird von den Windkraftgegnern auf einen neuen Höhepunkt getrieben. Nachdem die Auerhühner als zahm entlarvt und irreführende Photomontagen als Manipulation erkannt worden sind, muss jetzt erneut die angebliche Gefährdung des Trinkwassers zur wahrheitswidrigen Täuschung des Publikums herhalten. Das Manöver deutete sich in der vierteiligen Übersicht in BZ an. Einerseits sehe ich darin den verdienstvollen Versuch einer Versachlichung der langanhaltenden heftig-kontroversen Debatte. Anderseits offenbart er durch Auslassen wichtiger Informationen eine bedenkliche Schlagseite zugunsten der Gegner von Windkraftanlagen. Beispiel: Bildunterschrift in Teil 1 "Beim Bau einer Windkraftanlage werden ... mehrere Tausend Tonnen Beton in den Boden gelassen. Das kann sich auf das Wasser dort auswirken." Damit wird eine Gefährdung suggeriert, die bei den 28 000 in Deutschland gebauten Windrädern noch nie aufgetreten ist. Weder in Wasserschutzzonen II noch im Windpark Hüfingen-Länge mit sieben Anlagen; der liegt in der Zone IIIa und hat den gleichen Status wie der Breitnauer Kopf. Die Stadtwerke Müllheim-Staufen sind offenbar als einer von insgesamt 23 Kommanditisten an der Betreibergesellschaft des Windparks Länge beteiligt. Erstaunlich, dass Bürgermeister Benitz hier keine Gefährdung für das Trinkwasser sieht.
Auf der Website der Gegner http://www.windige-energie.de werden von elf Standorten aus in Photomontagen Windräder gezeigt; nicht nur mir erscheinen allesamt stark überhöht und damit manipulativ. Die Photomontagen zum Windpark auf dem Nillkopf über dem Kinzigtal erscheinen mir wesentlich realistischer. Nebenbei: der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat im Juni die Beschwerden gegen diesen Windpark zurückgewiesen. Dieser höchstinstanzliche Beschluss ist unanfechtbar.
Wolfgang Heinz, Bad Krozingen