Leserbriefe

Christian Hausmann, Staufen

Von Christian Hausmann & Hans-Peter Müller

Sa, 12. April 2014

Staufen

UMFAHRUNG STAUFEN
Wo bleibt das "Schutzgut Mensch"?
Zum BZ-Artikel "Wie geht es weiter mit der Umfahrung" vom 5. April:
Oh Ihr Heuchler! Da wird vom Aktionsbündnis, dessen Kern die Stadträte der Umweltliste sind, behauptet, eine Verzögerung des Baus der Umfahrung sei nicht beabsichtigt. Dabei war von ihnen – informell – genau dies Argument zu hören: Wählt lieber unsere Westtangente, dann bekommt ihr zumindest eine halbe Umfahrung, und das relativ bald. Denn wenn der Planfeststellungsbeschluss gegen für die Antragstrasse durchgeht, werden wir klagen, und dann bekommt ihr erstmal gar nichts! Dabei ist die halbe Umfahrung – egal ob als Westtangente oder als ein Bauabschnitt der Amtstrasse – ein gewaltiger Unfug. Da kommt vom Norden und Westen der Verkehr Richtung Münstertal und Staufen: Der nach Staufen wird sich über die Grunerner Straße direkt an den Schulen vorbei oder über die Wettelbrunner Straße ergießen, der nach Münstertal seinen Weg durch den Steiner suchen. Die dort Wohnenden sind offenbar Grunerner zweiter Klasse. Dort beträgt der Abstand zu einem Wohngebiet nicht 100 oder 200 Meter, sondern die Straße führt mittendurch. Und wenn die Münstertäler diesen Weg nicht wählen, dann via Grunerner und Münstertälerstraße, bekanntlich Wohngebiete. Dafür wird dann aber eine Naherholungs- und Wanderzone erhalten. Wirklich toll. Erstens führt bereits die Verlängerung der Straße "Im Steiner" durch einen Teil des Wandergebiets, zweitens liegt es überwiegend westlich der künftigen Trasse. Drittens, und wichtiger: Die Wanderer und Hundeausführer können sich leicht Alternativen suchen, die Anwohner der genannten Ortsstraßen nicht. Ein Hundeklo ist offenbar wichtiger als die Menschen. Der Website zufolge ist dies auch offizielle Meinung: "Lediglich beim Schutzgut Mensch bei der Bewertung der Entlastungsfunktion für die Ortsdurchfahrt ergaben sich Vorteile für die Amtstrasse", steht da, "lediglich". Mit anderen Worten: Das "Schutzgut Mensch" kann man offenbar vernachlässigen. Christian Hausmann, Staufen