Leserbriefe

Axel Moser

Von Axel Moser (Herbolzheim)

Do, 19. Juli 2018

Leserbriefe Emmendingen

FLÄCHENVERBRAUCH
Wie viel Überzeugungsarbeit ist noch nötig?
Zum Bericht "Fläche für Gewerbe und Wohnungsbau" (Badische Zeitung vom 11. Juli):

Laut Bericht der BZ vom 11. Juli, wollen sich die sogenannten "Unabhängigen", für einen verstärkten Flächenverbrauch für Wohnen und Gewerbe einsetzen. Dass es sich bei der überwiegenden Zahl der Protagonisten um Selbständige aus Handel und Handwerk handelt, sei nur am Rande vermerkt.

Der scheidende Direktor des Regionalverbandes, Dieter Karlin, hat viel Überzeugungsarbeit bei der Kommunalpolitik leisten müssen, damit überhaupt entlang der Rheinschiene, noch "ein paar grüne Flecken" übrig geblieben sind.

Man fragt sich, wie viel Überzeugungsarbeit überhaupt noch nötig ist, beziehungsweise ob überhaupt noch Hoffnung besteht, die Menschheit davon zu überzeugen, dass Natur und menschenmögliches Leben eine Einheit darstellen?

Wir erleben extreme Wetterperioden wie jüngst die extreme Trockenheit oder das Verschwinden der überwiegenden Insekten und Vogelarten. So wissen beispielsweise die Meteorologen, dass die Trockenheit auch mit der nicht mehr vorhandenen natürlichen Verdunstung aus Wald und Wiese etc. zusammenhängt. Beton, Glas und Stahl besitzen diese Eigenschaften nicht!

Wie kann man Menschen, die diese Tatschen noch immer ignorieren, davon überzeugen, dass das Aussterben jedes einzelnen Insekts oder Vogels, mittelbar oder unmittelbar auch uns Menschen schadet? Ist die Geld- und Geltungsgier schon allgemein, haben wir aus "Babel" nichts gelernt?

Als Lektüre zum Thema Natur, empfehle ich das neue Jahrbuch des Landkreises Emmendingen "’s Eige zeige". Die Autoren, durch die Bank erfahrene Naturbeobachter, zeichnen für unsere Zukunft ein eher pessimistisches (realistisches?) Bild, sollte ein Umkehrprozess nicht stattfinden.

Anstatt die Schuld an dieser Misere nun auf die Landwirtschaft abzuwälzen, der man Stück für Stück die Existenzgrundlage entzieht, muss diese Exzessive Zubetonierung von bestem Acker oder Brachland ein Ende haben!

Es wäre deshalb fatal, an dem bestehenden Regionalplan, der an sich schon zu großzügig angelegt ist, zu rütteln.

Diesem Ansinnen sollte entschieden entgegen getreten werden.

Axel Moser, Herbolzheim