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05. September 2011
Mangelnde Barrierefreiheit in der Innenstadt
"Auch der Bahnhof ist für Gehbehinderte eine Odyssee"
Zum Artikel "Altstadt voller Hindernisse" (BZ vom 12. August), in dem es um die fehlende Barrierefreiheit in der Freiburger Innenstadt ging, schreiben Leserinnen in zwei Zuschriften Folgendes.
Auch der Bahnhof ist für Gehbehinderte eine Odyssee. Es gab ein städtisches Veto gegen erhöhte Bahnsteige? Es macht mich traurig, wie wenig die zuständigen Stellen auf Menschen mit Behinderung achten.
Ich wohne nun schon seit über 20 Jahren hier, und erst jetzt wird es ernsthaft in die Hand genommen, es Menschen mit Rollstuhl oder Gehbehinderungen leichter zu machen? Eventuell nicht einmal wegen der Rollstuhlfahrer Freiburgs, sondern weil Freiburg ein beliebtes Reiseziel für Rentner ist, die Geld in die Kassen bringen? Abgesehen davon, dass das in meinen Augen ein enttäuschendes Motiv ist, frage ich mich auch, wie die Rentner es bis in die Innenstadt schaffen sollen, da doch schon der Hauptbahnhof für einen Gebehinderten ein Hindernis höchster Klasse ist.
Wie oft stand ich schon auf einem der mittleren Gleise und musste auf ein anderes Gleis wechseln. Dann habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich nehme die – mir als Gehbehindertem – unendlich erscheinende Strecke bis zum Aufzug auf der anderen Seite der Stadtbahnbrücke auf mich, kämpfe mich dort auf der meist überfüllten Brücke zum richtig Aufzug und fahre dann runter, um dann dieselbe unendlich lange Strecke auf dem Zielgleis wieder zurückzuhechten und zu hoffen, dass der Zug noch steht, wenn ich bei der Türe ankomme. Oder aber ich nehme doch die Treppe nach unten, die nicht nur mit Gepäck ein Risiko des Stolperns bietet, gehe die Unterführung entlang und auf dem Zielgleis die Treppe wieder hoch, was ein unermesslicher Kraftakt ist und zudem mit Gepäck unmöglich, da zumindest ich mich bei einer Treppe am Geländer festhalten muss und das Gepäckband ja auf der anderen Seite ist.
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Ich bin sicher, dass so manch ein reisender Rentner, dessen Taschen voller Geld von der Tourismuskasse sehnsüchtig erwartet werden, hilflos am Bahnsteig steht und darauf hoffen muss, dass ihm jemand eine helfende Hand reicht!
Asha Hirschberg, Ehrenkirchen-Kirchhofen
Autor: Asha Hirschberg, Ehrenkirchen-Kirchhofen
