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13. November 2017

Siegesdenkmal

Der Platz wurde zu den schönsten der Stadt gezählt

Zur Berichterstattung über die Wieder-Aufstellung des Siegesdenkmals nahe dem ursprünglichen Standort am Nordende der Kaiser-Joseph-Straße.

Der fragwürdige Umgang mit dem Siegesdenkmal soll hier nicht weiter erörtert werden. So peinlich es ist, in heutiger Zeit ein solches Monument zu errichten, ist der ins Auge gefasste Standort auch noch unglücklich gewählt. Obschon moniert wurde, das Denkmal werde den Blick auf die ehemalige Karlskaserne verstellen, ist diese Sichtweise nicht die entscheidende. Gravierender ist die Sicht von der Kaiser-Joseph-Straße her, weil so der Blick auf das Meriansche Haus (das heutige Anwesen Schunck) beeinträchtigt wird.

Das 1826 von Christoph Arnold erstellte Gebäude ist, obwohl nur halbherzig wiederaufgebaut, ein Hauptwerk klassizistischen Bauens in unserer Stadt. Als Nachfolgebau des niedergelegten Christophs-Tores (nicht des Christoffels-Tores), dessen noch verwertbare Steine beim Bau wiederverwendet wurden, übt es eine wichtige städtebauliche Funktion aus:
Begründetermaßen ist das durch dorische Pilaster und einen Dreiecksgiebel nobilitierte Hauptportal auf die Kaiser-Joseph-Straße ausgerichtet. Markant zeichnet sich dieses Tempelmotiv in der Straßenflucht ab. Es ist Blickfang und zugleich Gegenstück zum Martinstor.

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Der Platz, an dem es steht, wurde einmal zu den schönsten der Stadt gezählt. Durch einen öffentlichen Brunnen suchte Arnold ihn zu beleben, noch ehe er in direkter Bezugnahme auf den Bertoldsbrunnen ein Brunnendenkmal auf den seinerzeit regierenden Großherzog Ludwig entwarf. Diesem verdankte die Stadt den Erhalt der Universität und die Anerkennung des Erzbistums. Derweil der Platz nach ihm auch benannt wurde, sollten die Kosten für das Denkmal aber lieber dem Bau der geplanten Ludwigskirche zugute kommen.

Ein kriegsverherrlichendes Siegesdenkmal zu exponieren widerspricht einer gesunden Denkmalpflege und dem kosmopolitischen Selbstverständnis unserer Stadt. Am Münchner Stachus erweist sich ein öffentlich zugänglicher Brunnen als ein wahrlich urbanes Lebenselixier. Warum nicht auch bei uns – am besten mit einer erquickenden Fontäne?Dr. phil. Gerhard Everke, Freiburg

Autor: Dr. phil. Gerhard Everke, Freiburg