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03. Januar 2012

Pfarr- und Gemeindehaus der christuskirche

"Die Betroffenen werden zu den Planungen nicht gefragt"

Zwei Leser schreiben zu den Planungen, einen Teil des Pfarr- und Gemeindehauses der Christusgemeinde zu verkaufen ("Evangelische Kirche in Freiburg: Baustelle Kirche", BZ vom 14. Dezember).

Ohne die BZ und ihre Beiträge (...) wüssten wir wohl heute noch nichts von der Absicht, unser historisches Pfarr- und Gemeindehaus seitens der Leitung des Stadtkirchenbezirks mindestens teilzuverkaufen. Wie in Stuttgart 21 werden die Betroffenen nicht gefragt, sondern nur verzögert über mehr oder minder fertige Planungen und "alternativlose Notwendigkeiten" von oben herab teilinformiert.

Deshalb haben wir einen gemeinnützigen Verein der Gemeindeglieder gegründet, die das alte Haus nachhaltig brauchen, vor allem auch für den von Hildemargret Ritter in den 1960er Jahren begründeten ABC, die integrative Bildungs- und Freizeitarbeit mit Behinderten, welche für den steigenden sozialen und diakonischen Bedarf noch auszubauen wäre, dazu für Pfarrer, die (hoffentlich) später dort wieder wohnen wollen, ohne an zwischenzeitlich gewechselte Eigentümer eine Premium-Miete bezahlen zu müssen.

In einem Haus und einer Pfarrwohnung, in der unter anderem sich 1935 bis 1944 die Mitglieder des Freiburger Kreises heimlich getroffen haben. Sie erinnern sich? An Gerhard Ritter, Hermann Weber, Walter Eucken, Adolf Lampe, Constantin von Dietze und andere ... Da ging es um professoralen und kirchlichen Widerstand gegen die Nazis, selten genug. Und lebensgefährlich. Das Haus wird auch künftig gebraucht, auch wenn sich andere, kostensparende zwischenzeitliche Nutzungen oder Stiftungen denken lassen. Wir sehen dabei noch davon ab, dass die Maienstraße 2 auch baulich nicht irgendein Haus ist, sondern ein architektonisches Juwel.

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Die Kosten der Renovation seien zu hoch, heißt es. Gleichzeitig soll unsere Christuskirche als neuer kirchlicher Raum der Öffentlichkeit und Kirchenmusik für Millionen nicht nur renoviert, sondern "umgebaut" werden. Auch darüber erfahren wir bisher nichts Genaues. Stattdessen heißt es, der neue Verein pro Maienstraße 2 müsse "schon etwas Geld mitbringen, um das Haus erhalten zu können, ideelle Gedanken haben auch wir in großer Zahl". Ist gegenüber unserer neustrukturierten Freiburger Kirchenleitung wirklich nur mit Geld zu argumentieren?

Frieder C. Schmitthenner, Freiburg

Autor: Frieder C. Schmitthenner, Freiburg