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03. Januar 2012

"Durch die Veräußerung würde ein historischer Ort auseinander gerissen"

Die schwierige Lage der evangelischen Kirche ist sehr verständlich dargestellt und verdient, ernst genommen zu werden. Dass aber in diesem Kontext das Ensemble Maienstraße auseinandergerissen werden soll, ist nicht hinnehmbar. Die eine traurige Konsequenz wäre, dass der ABC-Kreis ausgelagert werden müsste. Die andere ist aber, dass mit dieser geplanten Veräußerung eines Teil des Gemeindehauses auch ein historischer Ort zerrissen würde, nämlich der Ort, an dem der "Freiburger Kreis" seinen Mittelpunkt hatte, der wesentlichste Widerstandkreis in der Nazi-Diktatur in unserer Stadt. Mit gewissem Stolz erinnere ich mich daran, dass es mir 1990 gelungen war, in meiner Schule – dem Walter-Eucken-Gymnasium – die Ausstellung zu diesem Widerstand und der Nachkriegsplanung zeigen zu können. Schon damals war die Stadt Freiburg großzügige Unterstützerin unserer Aktivität. Wäre es da nicht wünschenswert, dass die Stadt auch in diesem Fall dem Verein "Freunde des Gemeindehauses Maienstraße 2" behilflich wäre, "etwas Geld mitzubringen", um einen Verkauf zu verhindern.

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Vielleicht wäre es in diesem Zusammenhang auch gar nicht schlecht, einmal nachzudenken, wo denn in Freiburg überhaupt ein Lernort zur Geschichte des Dritten Reiches existiert. Mit einer Gedenkplakette allein wäre es da nicht getan.

In Stuttgart gibt man viel Geld aus zur Schaffung eines solchen Lernortes im "Hotel Silber", der ehemaligen Gestapo-Zentrale. Gibt es nicht auch in Freiburg einen solchen zentralen Ort? Und da wäre auch das Land zu fragen, ob es nicht verpflichtet ist, auch in Südbaden solch einen Ort zu schaffen – und warum nicht in der (allerdings nicht ganz so zentralen) Mayenstraße?Wolfgang Dästner, Freiburg

Autor: Wolfgang Dästner, Freiburg