Gemeindehaus der ChristusKirche

"Es gilt, der Geheimniskrämerei ein Ende zu bereiten"

Hans Ulrich Nübel, Freiburg

Von Hans Ulrich Nübel & Freiburg

Mi, 22. Februar 2012

Leserbriefe Freiburg

Zur Diskussion um den Teilverkauf des Gemeindehauses der Christusgemeinde:

Da hier über die weitere Nutzung des "Gemeindehauses" neben der Christuskirche nachgedacht und sogar von einer Teil-Veräußerung gesprochen wird, ist mit dem Historiker Bernd Martin daran zu erinnern: "Der (Teil)Verkauf eines Gemeindehauses ist nicht allein Sache der Kirche, sondern geht auch die betreffende Gemeinde an." Die Christusgemeinde hat sich seinerzeit gegen die nationalsozialistischen Deutschen Christen gestellt, die eine Gleichschaltung der "Kirche" betrieben haben. Prominente Mitglieder suchten dem in südbadischen Gemeinden entgegen zu wirken; eine besondere Rolle kam dem Historiker Gerhard Ritter zu. Zu den Veranstaltungen im Gemeindehaus wurden Eintrittskarten ausgegeben. In diesem Zusammenhang ist nicht zuletzt die Vorgeschichte des "Arbeitskreises Behinderte an der Christuskirche" zu sehen, der heute mit seinen Programmen mehr als 600 Menschen gerade mit diesem Haus verbindet.

Die Verfasser der "Denkschrift für einen Neubeginn in Kirche und Gesellschaft" nach Hitler tagten damals reihum in den eigenen Wohnungen und in der des Pfarrers. Es gilt, vor Ort der Geheimniskrämerei ein Ende zu bereiten um die Vorgeschichte dieser einzigartigen, auch für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wegweisenden Impulse auf dem Weg zu einer Sozialen Marktwirtschaft. Kann es einen passenderen Ort hierfür geben, als in diesem Gebäude, gerade auch in Nachbarschaft zu einer Gruppe wie dem ABC? Wenn sich die Kirche dieser Aufgabe hier entzieht, wird sie ihrem biblischen Auftrag für Menschen mit Behinderung (ABC) wohl kaum gerecht. Hans Ulrich Nübel, Freiburg