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11. Oktober 2017

Öffentlicher Nahverkehr

Es müssen alle dazu beitragen, auch die, die nicht regelmäßig mit den Öffis fahren

Zum Artikel "Die VAG tritt auf die Bremse", BZ vom 6. Oktober.

Es ist wirklich erschreckend, wie wenig Hintergrundwissen existiert. Viele, die tagtäglich die wirklich außergewöhnlichen Leistungen des öffentlichen Nahverkehrs in Freiburg mit dem Rückgrat VAG und deren Stadtbahnsystem nutzen, nehmen dies als selbstverständlich hin und sehen nur das Negative – oder disqualifizieren sich mit peinlichen, unqualifizierten Äußerungen bis auf das Äußerste. Wer einmal in anderen Städten versucht, den ÖPNV zu testen, wird feststellen, dass eine derartige Qualität sehr selten anzutreffen ist – und diese Qualität aufzubauen und zu halten, kostet nun einmal Geld. Die Fahrgastzahlen steigen übrigens jährlich auf immer höhere Rekordwerte und zeigen, dass Freiburg auf dem richtigen Weg ist und nur so unsere Verkehrsprobleme zu lösen sind.

Lernen muss man wahrscheinlich noch in der Finanzierung, man kann das alles nicht über Fahrpreise finanzieren. Es müssen alle dazu beitragen, auch die, die nicht regelmäßig mit den Öffis fahren. Auch die lieben Autofahrer, die ja mit zum Verkehrschaos beitragen. Hier muss eine Nahverkehrsabgabe geschaffen werden, um die Fahrpreise im Zaum zu halten – und die Politik muss den öffentlichen Nahverkehr mehr fördern und nicht regelmäßig die Automobilindustrie sponsern.

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Übrigens war die jetzige Entwicklung klar – wer sich etwas mit der Materie beschäftigt, wird angesichts dieser Entwicklung nicht überrascht sein. Jetzt heißt es, trotzdem konsequent den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen, mit kreativen Finanzierungsmaßnahmen, die von allen finanziert werden und nicht immer nur das Geld von den Nutzern zu holen. Es gibt genügend Geld und genügend Möglichkeiten, dies zu realisieren – man braucht halt auch Politiker mit Rückgrat – man darf jetzt nicht Angst vor der eigenen Courage haben, das würde sehr viel mühsam Aufgebautes kaputt machen.

Wolfgang Wehrle, Freiburg

Autor: Wolfgang Wehrle, Freiburg