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04. Januar 2012

Christusgemeinde

"Fahrlässiger Umgang mit dem Vermächtnis"

Eine Leserin schreibt zu den Planungen, das Pfarr- und Gemeindehaus der Christuskirche in der Wiehre teilweise zu veräußern ("Baustelle Kirche", BZ vom 14. Dezember).

Im Blick auf die Zukunft des Gemeindehauses in der Maienstraße 2 möchte ich darauf hinweisen, dass es im Rückblick einen ganz besondere Stellung in der deutschen Geschichte während der Nazizeit hat. Als Mittelpunkt eines zielbewussten Handelns nicht nur mit Überlegungen im Widerstand, sondern auch mit der sorgfältigen Konzeption für ein Deutschland nach Hitler, hat sich der "Freiburger Kreis" in diesem Gemeindehaus in äußerste Gefahr begeben und wurde nach dem missglückten Attentat auf Hitler 1944 von der Gestapo abgeführt, drei Mitglieder wurden verhaftet und zur Verhandlung vor dem Volksgerichtshof nach Berlin gebracht.

In dem angeschlossenen Pfarrhaus war ein behindertes Kind vor dem Zugriff versteckt worden; nach dem Krieg schloss sich eine Arbeit mit Behinderten an, die heute in diesem Gemeindehaus zuhause ist und für mehr als 500 Menschen im größeren Bereich Freiburgs ein Zentrum bildet.

Diese Arbeit durch Verkauf oder Fremdvermietung zu untergraben, ist unverantwortlich. Das Haus steht unter Denkmalschutz, die Kirche selbst hat eine geschichtliche Orientierung und warum geht es in der modernen Geschichte mit diesem Vermächtnis so fahrlässig um? Dem Verein "Freunde des Gemeindehauses Maienstraße 2" ist Erfolg dafür zu wünschen, dass er Sponsoren und andere Helfer findet, um persönliche Nähe gerade auch zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen zu pflegen.

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Andrea v. Pfuhlstein, Freiburg

Autor: Andrea v. Pfuhlstein, Freiburg