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13. August 2012

GemeinDehaus MaienstraSSe

"Initiative von unten ist nicht erwünscht"

Zur Diskussion um das Gemeindehaus bei der evangelischen Christuskirche in der Wiehre ("Ein Vorschlag zur Zukunft des Gemeindehauses", BZ vom 23. Juli).

Nun will also auch die Kirche ihr Tafelsilber verkaufen. Bittere Enttäuschung über die Leitungsgremien der evangelischen Kirche in Freiburg bereitet sich aus im Verein der "Freunde der Maienstraße 2".

Zwei Anliegen haben engagierte Gemeindemitglieder ihrer Kirche seit Monaten nahe zu bringen gesucht: Die evangelische Stadtkirche möge beim geplanten Verkauf des Gemeindehauses in Rechnung stellen, dass dieses Haus eine besondere Rolle in der neueren Kirchengeschichte Südbadens und Deutschlands gespielt hat, und sie möge berücksichtigen, dass in diesem Haus mehrere hundert Menschen mit Behinderungen, im Altersspektrum von vier Generationen, seit langem eine maßstabgebend betreute Heimat gefunden haben, die geschützt werden muss.

Die Freunde des Gemeindehauses hatten erwartet, dass ihre Kirche solche Anregungen dankbar aufgreift, in einen offenen Dialog mit allen Beteiligten eintritt und mit ihnen überlegt, wie der Anspruch der Historie und das Wohl der Behinderten abzuwägen sind mit den finanziellen Bedürfnissen der Kirche und mit dem kurzfristigen Ertrag eines lukrativen Immobilienverkaufs.

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Doch auf der Synode am 23. Juli war zu hören, dass für den Stadtkirchenrat vor allem finanzielle Erwägungen zählen, dass die Situation der Menschen mit Behinderungen von nachgeordnetem Gewicht ist und die historische Bedeutung des Hauses ohnehin keiner Erwägung wert.

Es ist nicht nur dieses bedrückende Ergebnis zäher, wenig erfreulicher Verhandlungen, das für Befremden sorgt, – es ist auch die Erfahrung, dass eine solche Initiative von unten offenbar nicht erwünscht ist, dass Anregungen und Vorschläge von "außen" als Störungen empfunden werden und dass die Kirchenverwaltung ihren einmal gefassten Plan, dieses renovierungsbedürftige Kleinod für viel Geld los zu werden, autoritär durchziehen will. Das wäre, wenn es dabei bleibt, eine schlimme Erfahrung.

Hans Peter Herrmann, Freiburg

Autor: Hans Peter Herrmann, Freiburg