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20. Juli 2013

Leserbriefe

CHRISTUSKIRCHE
"Ein einzigartiges Bauwerk in Freiburg"
Zum Bericht "Es werde lichter" über die geplante Innen-Umgestaltung der evangelischen Christuskirche (BZ vom 11. Juli).

Dass die Christuskirche eine Renovierung benötigt, steht außer Frage. Doch gilt Folgendes zu bedenken: Die letzten Jahrzehnte war man bei Kirchenrenovierungen stets bemüht, die Kirchen zurückzubauen, das heißt Hinzugekommenes aus anderen Epochen wieder zu entfernen.

Die Christuskirche ist ein einzigartiges Bauwerk in Freiburg. Sie steht an der Schwelle verschiedener Stilepochen; noch beeinflusst vom Historismus und beginnendem Jugendstil ringt man hier um neue Formen. Außen wie innen spricht sie ihre eigene Sprache, widersprüchlich und spannend. Die Farbgebung innen ist nicht mehr original. Original scheinen jedoch die hölzernen Deckengewölbe und Paneelen der Emporen mit ihren floralen Intarsien.

Hier ist es unbedingt wünschenswert und geboten, diese hölzern zu belassen und nicht weiß, wie es der Entwurf vorsieht, zu überstreichen. Mag sein, dass die Kirche ganz in weiß freundlicher und lichter wirkt, aber der "unangepasste" Charakter dieses einmaligen Bauwerks würde verloren gehen. Wir können uns nicht alles passend machen und schön färben, wir müssen auch das Dunkle und Unpassende akzeptieren lernen.

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Andrea Gutzweiler, Haslach"Aus Renovierung wurde Neugestaltung"
Am Dienstag, 9. Juli, fand um 10 Uhr die Eröffnung der Ausstellung für den Umbau und die Renovierung der Christuskirche durch einige Mitglieder der Jury zur Neugestaltung der Christuskirche statt. Festgestellt werden kann: Aus der Renovierung wurde inzwischen eine "Neugestaltung". Bedauerlicherweise wurde die Gemeinde über diese so wichtige Veranstaltung erst am Samstag, drei Tage vorher, durch einen Hinweis in der BZ informiert. Es stellt sich die Frage, warum der Termin weder im Gemeindebrief noch in den Schaukästen der Christusgemeinde rechtzeitig bekannt gegeben wurde. Welches berufstätige interessierte Gemeindemitglied kann zudem an einem Werktag um 10 Uhr an diesem Termin, bei dem die einzige Gelegenheit gegeben war, mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Nach den heißen Diskussionen um die Informationspolitik beim Teilverkauf des Gemeindehauses in der Maienstraße 2 – es musste verkauft werden, da keine finanziellen Mittel für die Sanierung zur Verfügung standen – hätte man erwarten können, dass die Gemeindemitglieder nun gut informiert und eingebunden würden. Tief zu bedauern ist es, dass es nicht gelungen ist, den Besuchern die Möglichkeit zu geben, obwohl dazu aufgefordert, ihre Eindrücke und Gedanken zu den Konzepten schriftlich zu hinterlassen. Dazu kommt, dass ein Finanzierungskonzept nicht bekannt gegeben wurde. Entgegen der Mitteilung im Artikel "Das Architekturkonzept für die Innensanierung der Christuskirche in der Wiehre ist gefunden" steht noch nicht fest, welches Modernisierungskonzept zum Tragen kommt und ob der von der Jury favorisierte Vorschlag umgesetzt werden kann. Am 19. Juli wurde die Ausstellung wieder abgebaut und wer am 15. September – hier ist eine Teilgemeindeversammlung geplant – in Urlaub sein sollte, hat wenig Möglichkeiten, seine Meinung kund zu tun. Eine versprochene durchgängige und offene Informationspolitik, bei der die Gemeinde eingebunden ist, sieht meines Erachtens anders aus.

Andrea von Pfuhlstein, Wiehre

Autor: Andrea Gutzweiler, Haslach