Neuer Stadtteil Dietenbach

Radbrücke total überflüssiges Bauwerk

Wolfgang Kraft

Von Wolfgang Kraft (Freiburg)

Mo, 27. August 2018

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Was ein neuer Stadtteil alles braucht" (BZ vom 22. August).

Als ehemaliger Lehener Ortschaftsrat (fast drei Jahrzehnte lang) habe ich mich mit dem Thema "Neuer Stadtteil Dietenbach" intensiv beschäftigt. Im Frühjahr 2017 stellte die Projektgruppe Dietenbach dem Ortschaftsrat Lehen Planentwürfe zu dem neuen Stadtteil Dietenbach vor. Zum Thema Verkehr wurde eine geplante Radbrücke über die B 31 zur FR 1-Radvorrangroute vorgestellt, für mich ein total überflüssiges garantiert mehr als 2 Millionen Euro teures Bauwerk. Gegen diese teure Fehlplanung, ein leider heute noch existierendes Phantom, habe ich mich damals vehement im Ortschaftsrat und bei der städtischen Projektgruppe ausgesprochen und das als lebenslanger "Nur-Radfahrer".

Dazu meine Fakten: Die FR 1- Radvorrangroute ist für den zukünftigen Stadtteil Dietenbach bereits heute schon ideal zweimalig gut angebunden. Erste Überquerung der B 31 ist die schon total radgerecht ausgebaute Anbindung in Höhe der Gaskugel, der Betzenhauser Steg, und die zweite gute Anbindung mit Radweg verläuft über die Lehener Brücke der B 31 – und das in 1050 Meter zur ersten Anbindung, entspricht einer Radfahrzeit von drei bis vier Minuten. Die will man noch halbieren?

Weitere Anmerkungen: Eine Straßenbahnanbindung über die Paduaallee halte ich auch verkehrsmäßig für Freiburgs ÖPNV für sehr sinnvoll. Wenn man im Artikel Lehen statt Paduaallee erwähnt, erweckt es allerdings den Eindruck, die Straßenbahn werde durch Lehen geführt. Eine kleine Markthalle statt einer Radbrücke, wie von OB Horn vorgeschlagen, ist mit begrüßenswert. Ein weiterer Punkt ist die jetzige und seit Jahren betriebene Dietenbach-Landwirtschaft: Hier wird viel von Nahversorgung der Bevölkerung geredet und geschrieben, doch es ist weit und breit kein Gemüse- und Obstanbau sichtbar. Etwas Getreide, dann Mais und nochmals Mais, soweit das Auge reicht.Wolfgang Kraft, Freiburg