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04. Oktober 2011

Verkauf des Gemeinde- und Pfarrhauses der Christuskirche

"Sind das die Werte, denen die Kirche verpflichtet sein muss?"

Eine Leserin schreibt zum Verkauf eines Pfrarrhauses ("Ein Ort des Widerstehens – Das Gemeinde- und Pfarrhaus der Christuskirche soll verkauft werden – für neue Wohnungen", BZ vom 24. August)

Seit 1998 bin ich ehrenamtlich beim ABC (Arbeitskreis für Behinderte an der Christuskirche, d. Red.) in der Gruppenarbeit dabei und fahre einmal in der Woche mit einem freudigen und erwartungsvollen Herzen von Titisee-Neustadt nach Freiburg-Wiehre. Es bringt mich auf, wenn ich lese, welchen Umgang die verantwortlichen Herren der Evangelischen Kirche mit den in doppeltem Sinne Betroffenen pflegen, wie sie bei ihrer Argumentation nur über Zahlen reden, die unternehmerische Sprache sprechen.

Sind das die Werte, denen die Kirche verpflichtet sein muss? Mir ist ganz unverständlich, wie ein verantwortlicher Vertreter der Evangelischen Kirche das historische und unter Denkmalschutz stehende Gemeindehaus, das dem Bau der Christuskirche aufs engste zugeordnet ist und als Quasi-Sakralbau mit ihm eine Einheit bildet, einfach zur Disposition stellen lässt, nur weil im Augenblick das Geld für die notwendige Sanierung fehlt. Warum denkt man da nicht zuerst einmal an die Möglichkeiten des Sponsorings und der Gründung eines Vereins zum Erhalt und zur Förderung des gesamten Bauensembles, sondern gleich ans Verscherbeln?

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Die Arbeit des ABC sehe ich als wichtigen Bestandteil der Gemeindearbeit der Christuskirche und nicht als Anhängsel, dem auch an irgendeiner anderen Stelle eine Heimstatt geboten werden kann. Diese Vorstellung muss jeden bedrücken, der seit Jahren, ob haupt- oder ehrenamtlich, sich für das Zusammenleben mit unseren Behinderten engagiert.

Bisher haben Geldnot und Unsicherheit Gott sei Dank nicht verhindern können, dass der ABC sich ständig weiterentwickeln konnte und auch bei vielen Menschen außerhalb der Christusgemeinde hohe Wertschätzung genießt. Umso mehr bedaure ich, dass die Bedeutung und das Gewicht dieser Arbeit in der kirchlich offiziellen Stellungnahme zum Sanierungsproblem des Gemeindehauses offenbar überhaupt nicht zum Ausdruck kommen.
Erna Braun, Titisee-Neustadt

Autor: Erna Braun, Titisee-Neustadt