Nikos Kazantzakis

Unbedingt lesenswert

Ralf Pfirrmann, Freiburg

Von Ralf Pfirrmann & Freiburg

Mo, 04. Dezember 2017

Leserbriefe Freiburg

Zu: "Alexis Sorbas und Freiburg", BZ vom 26. Oktober:
Alexis Sorbas und Freiburg – und kaum jemand weiß davon. Will man sich die Person Nikos Kazantzakis erschließen, fällt auf, dass er gerne die draufgängerische, starke Persönlichkeit eines aus seiner Sicht echten Kreters gewesen wäre. Ein unbezwingbarer, unerschrockener, unerbittlicher und gottesfürchtiger Palikare, ein Freiheitskämpfer. Wie Kapitän Michalis in "Freiheit oder Tod" beim Kampf gegen die osmanischen Unterdrücker. Die Liebe zur Freiheit war stärker als seine Seele versklaven zu lassen.

Nikos Kazantzakis war eher der empfindsame und intellektuelle junge Mann, der einen inneren Kampf mit sich selbst führte. Doch mit dem Älterwerden erkannte er, dass er seinem kretischen und griechischen Volk mit seinen eigenen persönlichen Stärken als Schriftsteller dienen konnte. Nämlich mit seinem Intellekt und seiner eigenen Sprache. Nikos Kazantzakis wurde zum hervorragenden Kenner der griechischen Seele.

Sein Werk umfasst ein sehr viel breiteres thematisches Spektrum, das aber eine Grundgemeinsamkeit besitzt: Es basiert auf den Erfahrungen und Reflexionen Kazantzakis über existentielle Fragen wie Religion, Existenz, Tod, Liebe, sein Ich, Kreta. Ihn nur auf Alexis Sorbas zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Doch auch da zeigt er seine Genialität in der Auseinandersetzung zwischen Bauch- und Kopfmensch. Seine anderen bekanntesten Werke: "Die letzte Versuchung", "Freiheit oder Tod", "Griechische Passion" und seine Autobiographie "Rechenschaft vor El Greco" sind unbedingt lesenswert.Ralf Pfirrmann, Freiburg