Planung Dietenbach

Was verkaufen die Landwirte dort, wenn sie keine Betriebsflächen mehr haben?

Monika Rubsamen

Von Monika Rubsamen (Freiburg)

Di, 28. August 2018

Leserbriefe Freiburg

Oberbürgermeister Martin Horn war vor einer Woche mit der Planungsgruppe Dietenbach unterwegs ("Was ein neuer Stadtteil alles braucht" und "Dietenbach keine Gefahr fürs ZMF", BZ vom 22. August).
Die Planungen für den neuen Stadtteil Dietenbach lesen sich geschmeidig. Hinter sechs Meter hohen Schallschutzwänden wollte ich schon immer einmal wohnen. In der Ausschreibung für den Architektenwettbewerb war vom "lärmangepassten Städtebau" die Rede. Dazu passt die Darstellung im nebenstehenden Artikel von der 60-Dezibel-Beschallung während des Zeltmusikfestivals. Und auf die neuen Kombimasten für die beiden Hochspannungsleitungen bin ich sehr gespannt.

Ich empfinde es allerdings als ausgesprochen zynisch, wenn Herr Horn eine kleine Markthalle andenkt als "schönes Zeichen der Wertschätzung" für die Landwirte, die für den neuen Stadtteil Dietenbach entpachtet und enteignet werden. Was verkaufen die dort, wenn sie keine Betriebsflächen mehr haben? Spielzeugtraktoren und Plastikgemüse?

Die Stadt Freiburg hat keine Wohnungsnot, solange Ferienwohnungen genehmigt werden, Hotels sowie leerstehende Bürogebäude auf Wohnungsflächen gebaut werden und Immobilien verkauft werden, anstatt hier preisgünstigen Wohnraum zu erstellen.

Monika Rubsamen, Freiburg