"Weg durch die Instanzen zum Glück langwierig"

Dieter Schaudel, Freiburg

Von Dieter Schaudel & Freiburg

Mo, 23. März 2015

Leserbriefe Freiburg

"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral": Es geht um das "Naturschutzgebiet Rieselfeld" und das "Europäische Vogelschutzgebiet Rieselfeld" und nicht um das "westliche Rieselfeld" oder gar "Rieselfeld-West"! Es war zu erwarten, dass die Freiburger Baulobby ob der Verzögerungen bei "Dietenbach" oder "Sankt Georgen West" ungeduldig wird und nach Alternativen sucht. Da prescht zuerst der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht Patrick Evers unter der Tarnkappe "FDP-Gemeinderat" vor. Nachdem dies scheinbar nicht für größere Aufregung sorgte, legt man nun nach mit dem alten und immer noch gepflegten Netzwerk, den einstigen Stadtplanern.

Und damit man das der SDP und den Grünen schmackhaft machen kann, erhebt man das Thema dann noch zur "Antwort auf die soziale Frage" – welch ein Euphemismus! Dabei leben wir bereits im 21. Jahrhundert, nicht in dem von Bert Brecht mit seinem "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral".

Aber, in diesem Fall zum Glück, sind die rechtlichen Hürden bei beiden Zonungen so hoch und der Weg durch die Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof, nötigenfalls befeuert durch einen Bürgerentscheid, so langwierig, dass "Dietenbach" oder "Sankt Georgen West" schon längst bezogen ist, bis man wirklich Bagger im Natur- und Vogelschutzgebiet befürchten müsste.

Und wenn gar nichts anderes mehr geht, wird man auch eine Haselmaus finden... Dieter Schaudel, Freiburg