Leserbriefe

Alfred Rombach, Rotenhof, Waldau

Von Alfred Rombach, Rotenhof & Waldau

Sa, 10. März 2018

Titisee-Neustadt

ZUKUNFT DER LANDWIRTSCHAFT
Bleibt auf dem Teppich
zu: "Streiten für das Miteinander", BZ vom 8. März, Seite 21:
Unsere "so schützenswerte Schwarzwaldlandschaft" ist nicht durch den NABU, die grüne Partei oder EU-Agrarpolitik entstanden, sondern durch jahrhundertelange, nachhaltige Bewirtschaftung durch die Schwarzwaldbauern.

Durch die verschiedenen Redebeiträge an diesem Abend wurde unter anderem deutlich, dass auch diese Arbeit einem ständigen Wandel unterliegt. Waren früher auf den Höfen mehrere Personen tätig, so ist es heutzutage dank moderner Technik nur noch der Betriebsinhaber selbst und vielleicht seine Ehefrau, unterstützt von einem möglicherweise noch rüstigen Altenteiler. Es gibt mir deshalb immer mehr zu denken, wenn hochgebildete Schlauschwätzer, die von der bäuerlichen Praxis Nullkommanull Ahnung haben, den aktiven Landwirten sagen, wie sie ihre Höfe bewirtschaften müssen. Auch kommt es immer mehr vor, dass es Büroillusionäre gibt, deren einzige Aufgabe es ist, sich immer neue Schikane für die Landwirte auszudenken.

So zum Beispiel Weidetagebuch, Schlagkarteien, und so fort. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wen wundert es, wenn vor diesem Hintergrund immer mehr Landwirte den Bettel hinschmeißen und aufgeben. So auch ein Kollege aus dem Oberen Wiesental, der mit sechs Mutterkühen und 20 Schafen einige Hektar Steillagen im Nebenerwerb bewirtschaftet. Er selbst arbeitet als Abteilungsleiter in Zell in einem größeren Betrieb. In einem Gespräch nach der Versammlung sagte er dann, dass er es jetzt mit den Auflagen und Kontrollen satthabe. Wenn der Heustock im Frühjahr leer gefressen sei, höre er auf. Und weiter sagte er: "Diesen Sommer mache ich das, was meine Arbeitskollegen schon lange machen, nämlich Urlaub im Süden."

Vor diesem Hintergrund möchte ich an alle grünen Parteimitglieder, Öko-Romantiker, Wolfsbefürworter und ähnliche Biologen appellieren: "Bleibt mit Euren Forderungen und Auflagen auf dem Teppich. Sonst könnte es leicht passieren, dass Ihr und Eure Nachkommen in einer Landschaft stehen, die gar nichts mehr mit der jetzigen Schwarzwaldlandschaft zu tun hat".Alfred Rombach, Rotenhof, Waldau