Leserbriefe

Elisabeth Schonhard, Titisee

Von Elisabeth Schonhard & Titisee

Do, 05. April 2018

Leserbriefe Hochschwarzwald

SCHIENENERSATZVERKEHR
"Die Hölle im SEV Höllentalbahn"
Zum ABC des Schienenersatzverkehrs im Höllental, Ausgabe vom 31. März, Seite 25, wird uns geschrieben:
Der Beitrag veranlasst mich, diesen Brief zu schreiben. Insbesondere der Satz unter K wie Kritik, der lautet "Die Anzahl der kritischen Zuschriften halten sich in Grenzen". Ich könnte, da ich werktags von Titisee nach Freiburg pendle, täglich eine E-Mail schreiben und mich über eisige Temperaturen im Bus (Abfahrt 6.02 Uhr in Titisee nur mit Mütze, Handschuhe und Schal erträglich), defekte Türen, herunterfallende Schrauben, ölige Gerüche, verpasste Abfahrten, zu späte Busse, fehlende Informationen an den Haltestellen, Busausfälle abends bei unter Minus 5 Grad und vieles andere beschweren.

Sie werden sich jetzt fragen, warum ich dies nicht tue? Weil mir die Zeit zu schade ist, mich über irgendwelche nichtssagenden Antworten von Personen, die die Situation nicht kennen, zu ärgern oder gar keine Antwort bekomme. Weil ich wie zig andere Pendler die Situation nur mühevoll ertrage in der Hoffnung, dass der Zeitplan eingehalten wird und ab 1. November die Züge wieder rollen. Weil mir die externen Busfahrer leid tun, die mit schlechten Plänen und alten Fahrzeugen einen Job erledigen müssen, der nichts mit Komfort oder moderner Mobilität zu tun hat. Diese müssen während der Schicht permanent schreiende Kinder, genervte Reisende aushalten und gleichzeitig noch für die sichere Beförderung im Höllentalbahn sorgen. Dabei sind sie völlig alleingelassen im Bus – ohne jegliche Ansprechperson.

Das ist der tägliche Wahnsinn, denen zig Hunderte Personen ausgeliefert sind. In der Ferienzeit wird der Wahnsinn noch gesteigert werden durch überhitzte Busse, reingequetschte Kinderwagen, Rangeleien wegen der Nichtbeförderung von Fahrrädern, Verspätungen aufgrund von Baustellen...
Das wird sprichwörtlich die Hölle im SEV Höllentalbahn.
Elisabeth Schonhard, Titisee



BEWIRTSCHAFTUNG TITISEE
"Wer ein Recht hat, hat auch eine Pflicht"
Zum geschichtlichen Artikel "Lasst die Hände weg vom Titisee", Ausgabe vom 31. März, Seite 26, erreichen uns folgende Ergänzungen:
Die Villa am Titisee auf dem Postkartenmotiv von 1906 zeigt das Marie-Luise- Kromer-Haus. Heute im Eigentum der Facilma GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der EnBW AG. Das Grundstück, auf dem das Haus steht, hat mein Urgroßvater Konrad Ganter 1898 an die Adelsfamilie von Baerle verkauft.

Die Häuser, Villa und Gartenhaus, wurden 1904 von italienischen Gastarbeitern in Naturstein erstellt. Die einzige Tochter der Adelsfamilie heiratete den damaligen Direktor der Badenwerk AG in Karlsruhe, Professor Dr. Kromer.

Er hat sich in den 1960er Jahren entschlossen, das Haus nach seiner Frau zu benennen und als Kinderheim für Werksangehörige und sozialschwache Familien bewirtschaften zu lassen.

Als Professor Kromer der Unterhalt und die Kosten für das heute unter Denkmalschutz stehende Ensemble zu teuer wurden, hat er zusammen mit seiner Frau Haus und Grundstück der Badenwerk AG überlassen. Mit der Fusion von EVS und Badenwerk zu EnBW stand das Anwesen Ende der 1990er Jahre auf der Kippe. Der Aufsichtsrat entschied jedoch, das Haus aufwendig zu sanieren und in der heutigen Form als Ferien- und Seminarhaus für Mitarbeiter zu bewirtschaften.

Angemerkt sei noch, dass das Schluchseewerk – wie im Bericht dargestellt – das Überflutungsrecht auf allen Ufergrundstücken im Grundbuch absichern ließ. Also zum Thema Bewirtschaftung des Titisees gilt in Zukunft: Wer ein Recht hat, hat auch eine Pflicht. Das alles im Zeichen von Klimawandel, mit Schlagwettern und Trockenperioden wie die vergangenen Jahre schon erlebt.

Johannes Ganter, Weberhof, Hinterzarten