Leserbriefe

Wolfgang Ertl (Titisee-Neustadt)

Von Wolfgang Ertl (Titisee-Neustadt)

Di, 24. Juli 2018

Löffingen

SOLARPARK
Stabiles Netz ist wichtig
Zum Artikel "Solarpark steht vor der Vollendung" vom 20. Juli

Die Nutzung unserer offen zu haltenden Höhenlandschaft mag ja bei Unadingen nicht sinnvoll sein, jedoch ist ein so großer Solarpark auf dem Präsentierteller fast so schlimm wie Windräder. Die genannten Zahlen unterstützen dabei eine heute fast schon gesellschaftsfähige Täuschung. Die installierten Module liefern sicher eine Spitzenleistung von 2686 MW, sie tun dies zum Beispiel an 180 Sonnentagen während je 6,2 wolkenlosen Stunden, was in den letzten Sommer-Wochen sicher nicht so war. Die 860 Haushalte haben aber stets ein stabiles Stromnetz zur Verfügung gehabt. Dies nur deswegen, weil die Kohle- und Erdgaskraftwerke die Stabilität des Netzes mehr und mehr von den Nuklearkraftwerken übernehmen. Selbst wenn der Solarpark Unadingen die nötigen 1118 Voll-Laststunden pro Jahr hätte erbringen können, wären nie und nimmer 2100 Tonnen Kohlendioxyd eingespart worden, da die Netzbelastung auch durch 860 Haushalte, unabhängig von der Witterung, im Verlauf weniger Minuten erheblich schwankt und nur durch Grundlastkraftwerke oder Zukäufe aus dem Ausland im 15 Minutentakt stabil gehalten werden kann. Fotovoltaik und Windkraft als von der Witterung abhängige Naturenergie kann ohne Speichermöglichkeit unseren heutigen Energiebedarf nicht decken. Zielführender wäre eine fundierte Berichterstattung über die Weiterentwicklung schon bekannter Speichermöglichkeiten und eine Legitimierung der Offshore-Windkraft und Fernleitung in unsere südlichen, windschwachen Landesteile. Zur Förderung der Energiewende würde auch beitragen, wenn das bundesweite Stromnetz nur die Strommengen kaufen müsste, welche sie auch zu auskömmlichen Preisen absetzen kann.
Wolfgang Ertl, Titisee-Neustadt