Leserbriefe

Werner Roos (Titisee-Neustadt)

Von Werner Roos (Titisee-Neustadt)

Di, 12. Juni 2018

Titisee-Neustadt

WINDKRAFTANLAGEN
Ist solch eine Planung sinnvoll?
Zur Diskussion im Gemeinderat Titisee-Neustadt über den Austritt aus dem Planungsverband Windenergie Hochschwarzwald, der vorgelegten Planung und dem Verlassen der Gemeinderatssitzung (BZ vom 7. Juni):
Die Debatte zur Windenergieplanung am hat erneut gezeigt, dass an einer sachlichen Einschätzung von Potential und Risiko der Windenergie kein Weg vorbeiführt. 30 000 Windenergieanlagen in ganz Deutschland können maximal 0,06 Prozent des CO2 in der Atmosphäre beeinflussen – selbst diese winzige Menge verschiebt der Emissionshandel in Nachbarländer. Ist es also sinnvoll, mit zirka 9 weiteren Anlagen einen "Beitrag aus dem Hochschwarzwald" zu planen ?

Dagegen wird das Gesundheitsrisiko für Anwohner immer deutlicher, unter anderem durch Untersuchungen aus deutschen Instituten, die zu den Spitzen der Gehirnforschung zählen. Mitglieder der Fraktion der Grünen zeigen sich überzeugt, die LUBW in Baden-Württemberg führe selbst "Forschung zum Thema Infraschall" aus. Dies ist nicht erkennbar. Die im Februar 2016 veröffentlichte und dem Windenergieerlass zu Grunde liegende Publikation stellt Messungen zusammen, die eine private Firma im Auftrag der LUBW ausgeführt hat. Fachleute verschiedener Disziplinen üben daran seit langem heftige Kritik.

Ist es also sinnvoll, nach fünf Jahren Planungsverband weiter über "gute und schlechte Standorte" zu räsonieren und welche Opfer den Neustädtern oder lieber ihren Nachbarn zugemutet werden? Der Mut zur Wahrheit ist deckungsgleich mit der Verantwortung, die der Verband für alle Bewohner des Hochschwarzwalds übernommen hat. Der Beschluss des Gemeinderats braucht allen Nachdruck.

Noch ein Wort in eigener Sache: Die an der Gemeinderatssitzung teilnehmenden Bürger haben die Sitzung erst nach der Laudatio durch den Bürgermeister, der persönlichen Erklärung von Herrn Bläsi und dem Beifall der Gemeinderäte, dem wir uns freudig angeschlossen haben, verlassen. Allerdings haben wir nicht erwartet, dass danach noch einmal ein Stadtrat das Wort ergreift. Für dieses Versehen haben wir uns bei Peter Bläsi entschuldigt. Es ist nicht sachgerecht, wenn Gemeinderäte dazu herablassende Kommentare abgeben, wie in der BZ berichtet.
Werner Roos, Titisee-Neustadt