Immer neue Beschwerden – und ein Lichtblick

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 11. August 2018

Efringen-Kirchen

Nach wie vor funktionieren Internet und Telefon bei einigen Pepcom-Kunden nicht / Ein Egringer schreibt jetzt an den Geschäftsführer der Firma.

EFRINGEN-KIRCHEN/FISCHINGEN (vl). In der unendlichen Geschichte der Umschaltprobleme im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau in Efringen-Kirchen und Fischingen gibt es – freilich nur zaghafte – Zeichen des Vorankommens. Zumindest Thomas Händle aus Mappach sieht einen Silberstreif am Horizont. Wobei andere noch um funktionierende Anschlüsse kämpfen.

Entnervte Egringer
Die Probleme von Pepcom-Kunden, die noch keinen funktionierenden Internet- und Telefonanschluss haben, waren in dieser Woche Thema im Ortschaftsrat. Ein Leser aus Egringen schrieb der BZ, er kenne die Probleme "zu 100 Prozent aus eigener Erfahrung, mein Telefon geht ebenfalls seit fünf Wochen nicht mehr und auf Hilfe von den Leuten der Pepcom/Cablesurf/PYUR wage ich fast nicht mehr zu hoffen." Ein anderer Egringer erzählte der BZ am Freitag, dass er erst zu den Glücklichen gehörte, bei denen alles funktionierte. Doch dann kamen sein Umzug innerhalb Egringens und die Umstellung bei der Pepcom, die sich mit anderen Kabelnetzbetreibern zusammenschloss. Gestern hatte der Mann nun genug von nervigen Pepcom-Hotlines und wirkungslosen Kundenservice-Mailadressen, er wandte sich in einer Mail direkt an Tele-Columbus-Chef Timm Degenhardt: "Unglaubliche 22 (!) Anrufe meinerseits, 278 Minuten in der Warteschleife hängend und 53 Tage später erhalte ich die Nachricht, dass am 03.09.18 (!) – also insgesamt 76 (!) Tage nach meiner schriftlichen Meldung – die Freischaltung erfolgen soll." Und dann beschwerte er sich bei Degenhardt noch darüber, dass trotz allen Ärgers das Doppelte der vertraglich vereinbarten Monatsbeiträge – 40 statt 20 Euro – abgebucht wurden. Degenhardt reagierte prompt, mailte zurück: "Ich werde mich sofort darum kümmern. Bitte entschuldigen Sie die Umstände."
Ein ratloser Blansinger
Ein Blansinger, der sich kürzlich bei der BZ meldete, hatte gerade zum vierten Mal einen Urlaubstag vergeblich damit verbracht, um auf den von Pepcom angekündigten Telekomtechniker zu warten. Auf die BZ-Nachfrage dazu vom Donnerstag bei der Firma Pepcom gab es bis zum Redaktionsschluss am Freitag keine Antwort. Die Telekom aber reagierte: "Wir können die Verärgerung der Kunden durchaus nachvollziehen, richtiger Adressat der Kritik ist allerdings HLKomm," erfahren wir. HLKomm ist die für die Telekom zuständige Pepcom-Tochter. Fakt sei, so die Telekom zum Problem des Blansingers weiter, "dass die Firma noch ihr Kabel zu unserem KVZ legen muss, bevor wir die Umschaltungen vornehmen können." Darüber habe man den Ansprechpartner wiederholt informiert. "Wir können uns nicht erklären, warum der Wettbewerber weiterhin Technikertermine ankündigt. Unsere Rechtsabteilung wird nunmehr das weitere Vorgehen unsererseits prüfen. "

Ein verärgerter Fischinger
Auch aus Fischingen erreichte die BZ eine ratlose Mail. Auch dort hatte die Pepcom einem Kunden einen Telekomtechniker angekündigt, der nie kam. "Nach mehreren Anrufen bei der Hotline wollte man von meiner Fritz Box den CWMP-Account wissen, danach ging einige Tage später das Internet, das Telefon blieb stumm," schreibt uns der Fischinger. Die Anmeldedaten für die Telefonnummern musste er im Kundenportal suchen, "aber leider waren sämtliche Kennwörter falsch", schildert er. Drei Wochen und unzählige Mails und Anrufe später habe er gültige Kennwörter erhalten. "Danach funktionierte das Telefon einige Wochen einwandfrei, bis zur Portierung zu Pyur." Bis heute sei "die ganze Familie ohne Telefon- und Faxverbindung." Die Aussage von Pepcom, betroffenen Kunden hätten eine Einstellanleitung erhalten und seien auf der Mobilnummer angerufen oder von APM betreut worden, stimmten nicht. Auf Mails an Pyur komme die Bitte um Geduld, sie hätten "über 1000 Störungen durch die Portierungen von Pepcom".


Eine Erfolgsmeldung
Eine Erfolgsmeldung gibt es aber derweil unter all den Fällen, bei denen es mit dem Anschluss harzte. Thomas Händle aus Mappach ist nun versorgt. Nach langen erfolglosen Bemühungen hatte er der Pepcom Anfang August einen Zeithorizont bis 17. August gesetzt. Gehe sein Telefon bis dahin nicht, werde er alles daransetzen, aus dem Vertrag herauszukommen, hatte er der Firma gegenüber klargestellt. Jetzt konnte er der BZ überglücklich berichtet: "Ich kann telefonieren". Andere, weniger Glückliche, will er nun unterstützen und "weiter alles daransetzen, dass alle wieder telefonieren können."