Leserbriefe

Peter Jensch (Lörrach)

Von Peter Jensch (Lörrach)

Di, 11. September 2018

Leserbriefe Lörrach

ERINNERUNGSKULTUR

Monarchie sichert gegen Revolutionen
Zum Artikel "Die Kultur des Erinnerns" in der Ausgabe vom 4. September:
Neben der politischen Geschichte von 1933 bis 1945 sollte die Vorgeschichte nicht ausgeblendet werden: Fünf Jahrzehnte Kaiserreich (1871 bis 1918). Nach der unerwarteten Kriegsniederlage (1918) war der Verzicht der politischen Klasse auf die monarchische Struktur eine Fehlerhaftigkeit unermesslichen Ausmaßes.

Noch in der Europäischen Union zeigt die Minderheit aktiver Königshäuser keine Rückständigkeit, vielmehr Verträglichkeit und Vereinbarkeit der parlamentarischen Demokratie mit dem nationalen Rückgrat einer monarchischen Struktur, die den Zusammenhalt der Gesellschaften sichert gegen Revolutionen von links und von rechts.

In einem psychologischen "Schlepptau" der Revolution in Russland erscheint die Weimarer Republik von 1919 nicht als ein Fortschritt und Gewinn, jedoch als ein zugelassener und zu hoher "Preis" mit Hitler, dem NS-Regime und dem Zweiten Weltkrieg (1933 – 1945). Mit dem Grundgesetz von 1949 geht es der Republik besser.

Zur Erinnerungskultur gehört meines Erachtens ein Uns-Ehrlichmachen der politischen Geschichte zwischen 1848 und 1945.

Peter Jensch, Lörrach

VOLKSBANK IN INZLINGEN

Gründe sind nicht erkennbar
Zum Artikel " Volksbank schließt ihre Filiale in Inzlingen" vom 22. August:
Als langjähriges Mitglied der Volksbank-Dreiländereck, die gemäß Satzung die Mitglieder betreuen und wirtschaftlich fördern soll, muss ich mich äußern. Die Mitteilung der Volksbank Mitte August über die Schließung der Filiale Inzlingen Ende September ist sowohl durch die kurze Frist von sechs Wochen und den möglicherweise aus taktischen Gründen gewählten Zeitpunkt während der Ferienzeit gegenüber den Mitgliedern eine Unverschämtheit! Die Gründe für die Schließung sind nicht erkennbar. Die Filiale wurde erst vor drei Jahren aufwendig umgebaut, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Zunahme des Onlinebanking erkennbar war. Also eine krasse Fehlentscheidung.

Die Gewinne 2017 und 2016 von rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr lassen eine wirtschaftliche Notwendigkeit nicht erkennen. Einsparungen sind, in der heutigen Situation, auch für eine Genossenschaftsbank notwendig. Aber warum mussten in Inzlingen drei Mitarbeiter eingesetzt werden, wenn der Betreuungsaufwand zurückgegangen ist? Auch eine Halbtagsöffnung wäre möglich gewesen. Ist vielleicht der geplante Verkauf des Gebäudes der Grund für die Schließung? Dann hätte die Geschäftsführung die Mitglieder (Eigentümer) über die Gründe informieren müssen.

Die geplante Schließung der Filiale Inzlingen und die Art der Kommunikation und Information sind meines Erachtens ein Verstoß gegen den Genossenschaftsgedanken und gegen die Satzung. Ich habe etwas Hoffnung, dass der Aufsichtsrat, die beiden Vorstände und die Mitgliedervertretung noch einmal über diese Entscheidung beraten. Damit könnte ein Imageschaden, der der Volksbank-Dreiländereck langfristig mehr schadet als die rechnerischen Einsparungen, vermieden werden. Jürgen Fuchs, Inzlingen