Leserbriefe

Rainer Eiche, Dr. Verena Christen, Steinen

Von Rainer Eiche, Dr. Verena Christen & Steinen

Mi, 20. März 2013

Leserbriefe Lörrach

KREISKRANKENHAUS LÖRRACH
"Abgelegt wie ein altes Kleidungsstück"
Über die Behandlung im Kreiskrankenhaus Lörrach beschweren sich zwei Leser:
Es begann mir einem harmlosen, jedoch folgenschweren Sturz und endete auf einer harten Liege in einem Behandlungsraum im Kreiskrankenhaus Lörrach. Frau H. aus Höllstein stürzt auf der Straße und verletzte sich dabei am Knie. Das Knie schwoll so stark an, dass eine Nachbarin sie ins Krankenhaus Schopfheim fahren musste. Von dort wurden die beiden Frauen ins Kreiskrankenhaus Lörrach verwiesen. Nach einer langen Wartezeit wurde die über 80-jährige Frau kurz behandelt und auf Krücken wieder nach Hause, wo sie im Moment ganz alleine wohnt, geschickt, da kein Bett frei wäre. Sie sollte am nächsten Morgen wieder kommen. Als die Frau am nächsten Morgen gegen 9 Uhr wieder mit der Nachbarin nach Lörrach kam, teilte man ihr mit, dass sie nun doch dableiben kann und operiert wird. Da Frau H. keine Toilettensachen und keine Kleidung bei sich hatte, fuhr der Sohn der Nachbarin am Abend gegen 18 Uhr ins Kreiskrankenhaus um Frau H. einige Sachen zu bringen. Zu seinem großen Schreck, lag Frau H. immer noch auf einer harten Behandlungsliege in einem kleinen Raum der Notaufnahme und wartete nunmehr seit mehr als 9 Stunden ohne Trinken auf ihre Operation. Und der Wartesaal der Notaufnahme war wieder überfüllt.

Dieser Brief ist nicht gegen das Pflegepersonal oder Ärzteteam des Krankenhauses gerichtet. Wir sind sicher, dass alle ihr Bestes geben. Aber es kann doch nicht sein, dass in einem reichen Land wie Deutschland so an unserer Gesundheit gespart wird. Es kann doch nicht sein, dass alte Menschen, die sich nicht wehren können, einfach auf einer harten Behandlungsliege abgelegt werden, wie ein altes Kleidungsstück ohne Information wie und wann es weiter geht.

Politiker, die den hohen Spardruck an die Krankenhäuser weitergeben sollten einmal als normaler Kassenpatient in einer überfüllten Notaufnahme mit Schmerzen landen.
Rainer Eiche, Dr. Verena Christen, Steinen

CHEMIESTANDORT GRENZACH
"Kein Platz für Stammtisch-Polemik"
Zum Artikel " Gaba und Grenzach im Fokus" (BZ vom 11. März):

Anlässlich der Bezirksdelegiertenkonferenz der IG BCE äußerte Bezirksleiter W. Penshorn sinngemäß die Ansicht, dass man sich fragen müsse, ob im Zusammenhang mit der geplanten Ansiedlung des Chemiemüllentsorgers Zimmermann in Grenzach-Wyhlen die Chemie insgesamt vor Ort unerwünscht sei. Diese Frage muss ganz entschieden verneint werden: Die Chemie ist nicht unerwünscht.

Herr Penshorn hat offensichtlich die Lektüre der Presse und die Informationstermine der Bürgerinitiative nicht genutzt, um sich eine fundierte Meinung zu bilden. Wäre er gekommen, hätte er herausgefunden, dass diese unter dem Motto standen: Industrie Ja, Sonderabfallentsorger Nein. Wir wollen ausdrücklich, dass die Chemie vor Ort weiterhin erfolgreich und konkurrenzfähig hochwertige Chemieprodukte herstellt, neue Produktionslinien aufbaut und Mitarbeiter einstellt. Der Bestand der Betriebe (einschließlich BASF) ist zusätzlich deshalb wichtig, damit diese ihrer Verantwortung in Bezug auf die Altlasten-Problematik, eine Untertreibung, gerecht werden können. Neue Chemiebetriebe sind besonders willkommen sofern ihre Zwischenprodukte auch zu etwas Nützlichem verwendet werden und nicht auf dem Abfall oder einer Deponie landen = saubere Kreislauf-Chemie. Ein Sonderabfallentsorger mit minimaler Wertschöpfung passt nicht in das Konzept, zu dieser Meinung stehe ich.

Hätte sich Herr Penshorn besonders umfassend informiert, wüsste er auch, dass am Dienstag der Gemeinderat nicht über einen Freizeitpark abstimmt. Lassen Sie doch bitte die Stammtisch-Polemik da wo sie hingehört, sonst empfindet man das schnell als unverschämt.

Elke Habel, Grenzach-Wyhlen