Leserbriefe

Siegfried Lais, Utzenfeld

Von Siegfried Lais & Utzenfeld

Sa, 08. September 2018

Todtnau

FELDBERG-RADBUS
Das Angebot wird verschlechtert
Zum Artikel "Stündlich auf den Feldberg" (BZ vom 25. August 2018)
Sehr geehrte Entscheidungsträger im Landratsamt. Eine blendende Marketingidee, dass Sie die Abschaffung des zusätzlichen Busses mit Radanhänger und Platz für 24 Fahrräder als Erfolgsstory und Erweiterung des Tourismusangebots verkaufen wollen. Ich bin seit der Einführung und bis zum August dieses Jahres sehr gerne und oft – wie eine Vielzahl anderer Unmotorisierter – mit diesem auch von der Landrätin so lebendig beworbenen Bus gefahren. Eine nur sporadische Nutzung dieser "attraktiven" Einrichtung war für mich zu keinem Zeitpunkt erkennbar. Der Rad-Anhänger war meistens gut halb, sehr oft aber auch voll belegt. Er brachte mit zwei Fahrten im Idealfall innerhalb von zwei Stunden 48 Radler zum Feldberg. Seit Mitte August können jedoch nur noch fünf Radler pro Stunde das neue Angebot mit den Heckträgern nutzen. Es braucht keine große Gruppe, damit der sechste Radler mit seiner Familie, Sport- oder Arbeitskollegen an der Bushaltestelle stehen bleibt und eine oder mehrere Stunden auf den nächsten oder übernächsten Bus warten muss.

Möchte eine Familie mit drei Kindern den Bus nutzen, ist das Angebot bereits komplett ausgeschöpft, auch kann niemand mehr zusteigen, da die Mitnahme von Rädern im Bus untersagt ist. Die Heckträger sind im Übrigen so angebracht, dass es alleine kaum möglich ist, das Fahrrad in die Aufhängung zu hieven. Ich habe es jedenfalls ohne Hilfe nicht geschafft, obwohl mein Fahrrad leicht ist. Mir drängt sich abschließend zur Gesamtproblematik die Frage auf: Haben die Entscheider im Landratsamt neben der Abwägung der nüchternen Fakten vielleicht auch die Heckträger nie selbst ausprobiert?
Claudia Leppert, Schopfheim



STREIT UMS FEUERWEHRHAUS
Ungenehmigter Eingriff ins Naturschutzgebiet
Zum Streit um den Neubau der Utzenfelder Feuerwehrgarage äußert sich ein Leser:
Das seit 1940 bestehende Naturschutzgebiet (NSG) Utzenfluh ist in Gefahr, durch den Bau der geplanten Feuerwehrgarage beschädigt zu werden. Insoweit ist es sehr wohl ein Problem für die Gemeinde, da dieses mit anderen Biotopen der Gemeinde dem Biosphärengebiet mit zugehörig ist. Das Verwerfliche an den Entscheidungen des Bürgermeisters und der Mehrheit der Gemeinderäte ist, dass die Verletzung des NSG mit Vorsatz trotz besseren Wissens geplant wurde. Spätestens mit dem geologischen Gutachten, das den Räten im April zur Verfügung gestellt worden ist (oder nicht?), dürfte jedem klar geworden sein, dass die erforderlichen Hangsicherungsarbeiten mit dem notwendigen Arbeitsfeld eine enorme Lücke in das NSG schaffen und von einer Spezialfirma vorgenommen werden müssten, da ein erfahrener Bergbauingenieur die Bauleitung übernehmen muss, und nicht irgendein Architekt, der nicht einmal in seiner Planung die ganze Problematik des Berges, in den das neue Feuerwehrhaus gebaut werden sollte, erkannt hat. Die Hangsicherungsarbeiten werden sicher nochmals 100 000 Euro oder mehr ausmachen, so dass – bevor der erste Stein für das Feuerwehrhaus gelegt wird – bereits Kosten im Vorfeld von etwa 250 000 bis 300 000 Euro entstehen werden. Ob dieser Unsinn auch gefördert wird? Sicherlich nicht! Wenn also an dem Projekt weitergebaut werden sollte, dann wird der Unterzeichner gegen alle oben genannten Akteure eine Strafanzeige wegen vorsätzlichen Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz stellen, da vom Regierungspräsidium Freiburg keine Genehmigung für einen solchen Eingriff in das NSG Utzenfluh vorliegt. Sollte das RP diesen Eingriff doch noch genehmigen, dann wird der Unterzeichner sich dafür einsetzen, dass das Prädikat Biosphärengebiet für den südlichen Schwarzwald wieder aberkannt wird, da es keinerlei Berechtigung mehr gibt, diese Auszeichnung zu führen!
Verwerflich und ungesetzlich sind auch die vielen nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen, wenn es um das Thema Feuerwehrhaus geht. Dass es keine Zuschüsse für ein zu erwerbendes Grundstück geben kann, ist eigentlich selbstverständlich; dann muss eben die Gemeinde wie jeder Baubürger ein Grundstück kaufen. Die Frage ist auch, ob nicht ein gemeinsamer Bau einer Feuerwehrzentrale der Gemeinden Aitern und Utzenfeld sinnvoller wäre. Dazu ist es aber notwendig, dass der Bürgermeister von Utzenfeld ehrlich mit den Gesprächspartnern und möglichen Grundeigentümern umgeht und nicht alles hinter verschlossenen Türen behandelt wird. Ich sehe nicht, dass der jetzige BM oder sein Stellvertreter das Problem lösen können, da diese beiden das Vertrauen in Utzenfeld sozusagen schlicht verpokert haben.