Leserbriefe

Thomas Wehkamp

Von Thomas Wehkamp (Hausen)

Mi, 09. Januar 2019

Schopfheim

VERKEHRSBELASTUNG
Kommunen sollten Radfahren attraktiver machen
Ein Leser macht sich Gedanken über die hohe Verkehrsbelastung auf den Straßen im Wiesental, vor allem auf der B 317:
Was könnte getan werden, um die Situation (nicht nur) auf der B 317 zu entlasten? Als Radfahrer, der täglich zwischen Hausen im Wiesental und Schopfheim pendelt, fällt der Rat leicht: Die Kommunen könnten viel mehr dafür tun, das Radfahren attraktiver zu machen. Ich denke nicht, dass dadurch eine riesige Entlastung für die B 317 möglich wird, aber es wäre ein Anfang. Was mich als Pendler am meisten stört und mitunter betroffen macht, ist die oft sehr gefährliche Situation als Radfahrer.

Beispiel: An einem Morgen auf dem Weg vom Wiesenradweg über die Hauptstraße bis zum Kreisel Wehrer Straße wurde mir insgesamt zweimal die Vorfahrt genommen. Das ist vorhersehbar und als erfahrener Radler mit den Händen an beiden Bremsen auch händelbar. Was aber nicht oder nur schwer zu vermeiden ist, sind die für viele Autofahrer völlig normalen Überholmanöver mit einem Abstand von weniger als einem Meter. Da hatte ich bisher Glück, ich beobachte aber auch viele Schüler, denen das ähnlich ergeht, und bei einem vielleicht Zehnjährigen finde ich das fahrlässig. Und in Schopfheim zum Beispiel gibt es viele Wege, auf denen ich radeln muss, die so schmal sind, dass bei Gegenverkehr und Überholen brenzlige Situationen entstehen.

Darüber hinaus wird über viele Unfälle mit Radfahrern in den Kreiseln berichtet, in denen die Vorfahrt genommen wird und es zu teils schweren Stürzen kommt. Ich selber habe das bisher nur einmal erlebt und dadurch ein neues Hinterrad für mein defektes Rad bekommen. Es gibt aber auch Menschen in meinem Umfeld, die angefahren worden sind und dadurch berufsunfähig geworden sind.

Und an dieser Stelle wünsche ich mir mehr Aktivität der Kommunen: Seitenstreifen für Radfahrer und verstärkte Sensibilisierung für dieses Thema, denn ich bin der Überzeugung, dass deutlich mehr Menschen radeln würden, wenn das Sicherheitsgefühl größer wäre – und damit wäre es dann eben doch eine Entlastung für die B 317. Nebenher besteht die Chance auf einige Minuten Muße und Bewegung auf den ansonsten schönen Wegen im Wiesental.

Wenn die baulichen Maßnahmen im Moment nicht machbar sind, wäre mein Wunsch, dass eine Zeitlang – zum Beispiel bis zum Sommer 2019 – alle Unfälle, in denen Radfahrer angefahren wurden, in der Zeitung erscheinen. Und den Autofahrern sei gesagt: Ich fahre selber auch Auto, versuche dies aber nur einzusetzen, wo es nötig ist – und auch aus der Perspektive des Autofahrers wären Lösungen, etwa mit extra Fahrstreifen, eine großartige Sache, weil sie Ordnung bringen.

Und zum Schluss: Der Mindestabstand beim Überholen ist regulär zwei Meter, im Notfall auch mal 1,50 Meter.

Thomas Wehkamp, Hausen