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21. März 2017

Leserbriefe

ZENTRALKLINIKUM

Die Waage neigt sich zugunsten Schopfheims
Zur Diskussion über den Standort des Zentralklinikums für den Landkreis Lörrach:

Es zeigt sich immer mehr, dass sich die Waagschale zunehmend eher zugunsten Schopfheims neigen könnte. Das Totschlagargument "Wasserschutzgebiet" gegen Schopfheim ist mittlerweile vom Tisch, womit wieder die ursprüngliche Forderung nach der Mitte des Landkreises (für die Menschen im Kreis) zum Tragen kommt, während die anderen Gründe, die für Lörrach sprachen, immer dünner werden. Gegen Lörrach spricht hauptsächlich das seit Jahrzehnten vor sich hergeschobene und sehr komplexe Verkehrsproblem. Warum sollten die zukünftigen Patienten und Besucher umständlich den Shuttlebus als Zubringer von der S-Bahn zum Zentralklinikum auf der Mini-Strecke nutzen, wenn es mit dem Auto einfacher geht? Eine Landstraße müsste verlegt werden, eine neue S-Bahn-Haltestelle im Entenbad stört den Takt ins Wiesental und müsste zuerst noch gebaut werden, mit ungewissem Ausgang.

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Auch die geographische Mitte des Landkreises befindet sich zwei Kilometer von Schopfheim-Langenau entfernt, während Lörrach noch 16 Kilometer weiter von diesem Punkt entfernt ist. Was für Folgen würden sich aber für Lörrach ergeben, wenn Schopfheim dieses Hase- und Igelspiel gewinnen sollte? Ich kann da eher mehr Positives als Negatives finden. Die 2,2 Millionen Euro aus der Stadtkasse für die Umlegung der Landstraße können anderweitig eingesetzt werden. Zum Beispiel für die Machbarkeitsstudie und den Bau der Straßenbahn mit einer Wendeschleife an der Messe Haagen oder im Entenbad. Wir könnten so den Eigenverkehr in der Lörrach reduzieren und die Gewerbetreibenden und deren Kunden würden die Möglichkeit bekommen, umweltgerecht ohne Verbrennungsmotor anzukommen. Das ganze Gelände im Entenbad könnte dem Handwerk und dem Handel zur Verfügung gestellt werden.

Weiteres Geld müsste generiert werden für die Tieferlegung der S-Bahn und deren zweigleisigen Ausbau bis Schopfheim, um der Überbelegung der S6 entgegenzuwirken. 5,3 Millionen Euro von Bauministerin Hendricks hat Lörrach bereits am 3. März schon bekommen zur Umgestaltung des Mobilitätsdreiecks Lörrach-Stetten und Tramverlängerung. Der Ausbau der B317 könnte vorangetrieben werden. Der Wohnungsmarkt in Lörrach würde sich eher entspannen, was bezahlbare Mieten und höhere Lebensqualität nach sich ziehen würde.

So betrachtet muss ich meine anfängliche Tendenz für den Standort Lörrach revidieren und könnte einer Entscheidung pro Schopfheim durchaus etwas Positives abgewinnen. So schwer mir das als Lörracher auch fällt. Kurt Spittler, Lörrach

Autor: Kurt Spittler, Lörrach