Leserbriefe

Klaus Wittkämper (Weil am Rhein)

Von Klaus Wittkämper (Weil am Rhein)

Do, 03. Januar 2019

Weil am Rhein

VERKEHRSENTLASTUNG
Warum nicht weitere Deals mit der Sparkasse?
Die Sparkasse Markgräflerland könnte als Kompensation für die Überlassung eines Baugrundstückes am Messeplatz nicht nur erschwinglichen Wohnraum schaffen, sondern auch zur Verkehrsentlastung in der Stadt beitragen, findet ein Leser.
Für die Fortführung der Nordwest-Umfahrung beim Kreisel an der bisherigen Grünschnittanlage zeichnen sich derzeit zwei Optionen ab. Die eine führt über die Heldelinger Straße durch die Bahnunterführung zurück auf die B 3. Zur Vermeidung von Staus sollte dies möglichst ohne Ampelregelung erfolgen. Die andere verläuft über die Autobahnbrücke auf die Alte Straße und weiter auf die Colmarer Straße. Voraussichtlich biegt ein Großteil des Umfahrungsverkehrs am Kreisel des Rheincenters links auf die Hauptstraße ab. Unverzichtbar ist dabei der "Durchstich" für den Anschluss an die Zollfreie Straße.

Mit dieser Route wird das Verkehrsaufkommen in Friedlingen deutlich steigen, so dass über gravierende Maßnahmen zur besseren Verkehrsführung auch im Hinblick auf die Mobilitätsziele nachgedacht werden muss. Da wir keine weiteren Straßen bauen können, müssen die vorhandenen für die an sie gestellten Anforderungen ertüchtigt werden.

Ohne Schuldzuweisungen erheben zu wollen, sollte eingestanden werden, dass bei der Planung der Tram unter den damaligen Rahmenbedingungen Kompromisse eingegangen wurden, die sich in der Praxis als nicht tragfähig erwiesen haben. Dieser Erkenntnis sollten wir uns objektiv stellen, wenn wir jetzt schmerzhafte, leider teure Korrekturen durchführen müssen, um die zeitweise chaotischen Verkehrsprobleme zu beseitigen. Denn mit kleineren Stellschrauben ist es nicht getan. Dazu sind fundamentale Verbesserungen notwendig. Deshalb sollten vorläufig weitere bauliche Planungen im Bereich der Hauptstraße unterbleiben, bis ein besseres Gesamtkonzept verabschiedet worden ist.

Bei der zunehmenden Bedeutung des ÖPNV könnte aus meiner Sicht die Lösung in einer konsequenten Trennung vom übrigen Verkehr liegen. Ab der Blauenstraße bis zum Kreisel bietet sich bei teilweiser Aufgabe der Parkplätze die Möglichkeit, Tram, Bus und auch Notfallfahrzeuge auf gemeinsamer eigener Trasse fahren zu lassen. Diese Strecke könnte bis zur Bayerstraße erweitert werden, wenn auf die Bebauungspläne der Sparkasse auf ihrem Gelände der Friedlinger Filiale verzichtet würde und dafür eine attraktive Alternative in der Kernstadt gefunden wird. Mir schwebt irgendeine Fläche am Rande des Dreiländergartens vor.

Nachdem wir mit der Entscheidung zur Bebauungsplanänderung des Messeplatzes auf dem Niveau des Deals angelangt sind, könnten auch andere Finanzierungsbeiträge der Sparkasse ins Spiel gebracht werden. So bietet sich etwa die Vor- oder Mitfinanzierung des Durchstichs an, falls dieses Projekt mittelfristig nicht aus eigener städtischer Kraft gestemmt werden kann. Wenn der Verkehr durch Friedlingen dadurch flüssig geleitet wird, ist dies ein essenzieller Beitrag zur angestrebten Erhöhung der Lebens- und Aufenthaltsqualität.

Die Erfahrungen in Friedlingen sollten uns auch leiten, wenn es um die Weiterentwicklung der Kernstadt geht. Ohne die Auswertung einer fundierten Machbarkeitsstudie abzuwarten, macht es keinen Sinn, weitere Gedanken an die Tramverlängerung zu verschwenden. Stattdessen sollten wir uns dem zukunftsträchtigen Citybus zuwenden.
Klaus Wittkämper, Weil am Rhein