Leserbriefe

Juliane und Peter Knorre (Bad Säckingen)

Von Juliane und Peter Knorre (Bad Säckingen)

Fr, 04. Januar 2019

Weil am Rhein

FAMILIENTARIF IM LAGUNA
"Unsere Schmerzgrenze ist überschritten"
Zu unserem Bericht "Familienrabatt nur noch für Weiler" vom 3. November:

In den vergangenen Jahren stand ein Tagesausflug ins Laguna um Weihnachten stets fest im Jahreskalender unserer Familie. Dieses Jahr jedoch sind wir zu Hause geblieben, angesichts der Erhöhung des Eintritts um mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einmal mehr fühlen wir uns bestraft (statt gefördert), weil wir drei Kinder (8, 11 und 12 Jahre) auf die Welt gebracht haben und großziehen.

Leider haben wir nicht das Glück wie Sie in Weil, bei uns in der Kommune ein halbwegs attraktives Hallenbad für Kinder vorzufinden (unsere Therme spricht da eher eine andere Klientel an, hoffentlich auch aus ihrer Kommune). Größere Spaßbäder liegen für uns ohnehin außerhalb unsers Budgets. Wir schätzen das Laguna gerade als "moderates Spaßbad", das durchaus Einiges zu bieten hat, jedoch irgendwo noch "auf dem Teppich" geblieben ist, auch nach dem Umbau vor ein paar Jahren, und nicht bedingungslos dem Größenwahn anderer "Konsumtempel" nacheifert.

Wir haben durchaus Verständnis dafür, dass eine Kommune, die ein Bad schließlich finanziert, auch ihre Bürgerinnen und Bürger bis zu einem bestimmten Grad begünstigt im Vergleich zu uns Auswärtigen. Bei der nun vollzogenen Erhöhung des Eintrittspreises ist für unsere Familie die Schmerzgrenze jedoch überschritten. Auch wenn wir nicht "bedürftig" sind, muss bei uns ein "Normalverdiener-Gehalt" Monat für Monat für fünf Personen reichen. Der sogenannte "Eltern-Kind-Tarif" mit seiner Begrenzung bis 14 Uhr ist für uns leider nicht interessant aufgrund unserer Anfahrt (35 Kilometer). Schade natürlich, dass offenbar (zu) massiver Missbrauch Sie als Verantwortliche überhaupt erst zum Handeln gedrängt hatte. Gern wären wir bereit, gewisse Formalitäten auf uns zu nehmen (etwa die Personalausweise aller Familienmitglieder an der Kasse vorzulegen), wenn damit der Sache gedient wäre.

Wir hoffen, dass Sie als Verantwortliche Ihre Entscheidung nochmals überdenken, spätestens wenn die Zahlen nach einem Betriebsjahr unter diesen geänderten Bedingungen vorliegen werden. Bis dahin zeigt uns Weil am Rhein leider die rote Karte und unsere Familie besucht nun eben kleinere kommunale Hallenbäder ohne besondere Attraktionen, aber dafür noch innerhalb unseres Budgets. Mit den Worten unseres Trompeters verbleiben wir: "Behüt’ Dich Gott, es war so schön gewesen, behüt’ Dich Gott, es hat nicht sollen sein!"
Juliane und Peter Knorre, Bad Säckingen
GEMEINSCHAFTSSCHULE
Lörrach hat es vorgemacht
Zu unserem Bericht "Weitere Container für zehn Schulklassen" vom 21. Dezember:

Seit September 2018 hole ich einmal pro Woche meine Enkelin von der Schule ab und habe Gelegenheit, die für Lehrer, Schüler und Handwerker unzumutbaren Zustände bei der Renovation der Gemeinschaftsschule Weil zu beobachten. Ich gebe Stadtrat Schiffmann recht, wenn er sagt: "Wahnsinn, was wir hier treiben". Man kann doch keine Schule bei vollem Schulbetrieb renovieren, ohne sowohl das Unterrichten/Lernen als auch das Arbeiten massiv zu stören. Das völlige Auslagern der relativ kleinen Schule hätte von Anfang an vorgenommen werden müssen. Die Realschule Lörrach mit fast 800 Schülern und 50 Lehrern hat es 2010/2011 praktiziert; die ganze Schule ist für ein Schuljahr in die Alte Spinnerei nach Haagen umgezogen.

Die beschlossene Container-Lösung ist nicht optimal, bringt aber vermutlich zumindest eine Entlastung der angespannten Situation. Die Kinder werden aber immer noch auf einer Baustelle unterrichtet und ich bin gespannt, was nach dem Aufstellen der Container vom Schulhof/Schulgelände noch übrig bleibt. Ob man dies einem Gymnasium zugemutet hätte, ist fraglich. Die Schülerinnen und Schüler tun mir leid; sie sind die Hauptbetroffenen!Alfred Drändle, Lörrach

BOSPORUS FC FRIEDLINGEN
Fortbestand des Vereins ist bedroht
Zu unseren Berichten über das Sportkonzept und den Bosporus FC Friedlingen:

Mit großer Sorge habe ich die Diskussion um die Reduzierung der Spielflächen des Bosporus FC Friedlingen verfolgt. Mit dieser Maßnahme wird dem Verein, welcher vorbildliche Kinder-und Jugendarbeit betreibt, die Existenz genommen, zum Beispiel wird der Spiel-und Trainingsbetrieb extrem erschwert. Ich habe mich persönlich über die Situation vor Ort informiert und war sehr angetan, mit welchem Engagement Vorsitzender Teberdar Yildirim und sein Team die vielfachen Aufgaben im Verein erledigt. Gerade im Bereich der Integration von ausländischen Jugendlichen hat der Verein eine äußerst wichtige Stadtteilfunktion. Die sieben bis acht Kinder-und Jugendmannschaften im Verein werden mit großer Sorgfalt betreut, wobei es nicht nur um fußballspezifische Angelegenheiten geht, sondern vor allem um ein faires Miteinander. Diese Kinder und Jugendlichen benötigen keine sozialpädagogische Betreuung und keinen Streetworker, diese Aufgaben übernimmt der Verein. Ich bitte alle Beteiligten, die aufgezeigten, kostengünstigeren Alternativen zu prüfen. Der Vorschlag von Stadtrat Beyer ist machbar und würde den Fortbestand des Vereins nachhaltig sichern.

Einen Seitenhieb an die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und des Gemeinderates kann ich mir leider nicht verkneifen. Für das Missmanagement und die enormen Kostensteigerungen der Schulsanierung mit fast zehn Millionen Euro Mehrkosten hätten sämtliche Sportstätten und Sanitärbauten auf den neusten Stand gebracht werden können. Stuttgart 21 und der Berliner Flughafen lassen grüßen! Dieter Wolf, Weil am Rhein