Leserbriefe

Alfred Schäfer

Von Alfred Schäfer (Schopfheim)

Fr, 17. August 2018

Schopfheim

STADTPARK/BAHNHOFAREAL
Gegenvision für Schönes und Edles
Zu den jüngsten Stadtpark-Berichterstattungen.
Oft sind kleine versteckte Nachrichten besonders wichtig: Er hätte gerne eine alkoholfreie Zone im Stadtpark, wünschte sich der grüne Gemeinderat Kalt (BZ 20. Juni). Endlich traut sich auch mal ein Youngster (Jungspund). Reift da etwa ein markgräflicher Boris Palmer heran? Aber warum nicht mehr? Warum nicht auch drogenfrei? Warum keine Schutzzone für Kinder und Alte im Stadtpark? Warum sind die Kinder und die schönen Singvögel hinten und die Krawallbrüder vorne? Im sauberen Japan ist das Areal rund um die Bahnhöfe oft das Beste? Und bei uns? Man stelle sich vor: Ein Japaner steigt hier aus dem Zug und träumt von kaiserlicher Kaffee-Kultur. Da sieht er zwei Namen: Café im Stadtpark und Café Irrlicht. Und dann?

Zuvor aber zuckt er zusammen, weil der arme Lokführer mit Verantwortungsbewusstsein wieder mal seine höllische Sirene betätigen muss. Dümmliche Ignoranten oder Analphabeten im Kamikaze-Wahn machen ihm das Leben schwer, oder Leute, die eine Lok mit einem Kamel verwechseln.

Der Japaner, der in japanischen Bahnhöfen keinen einzigen Zigarettenstummel sah, wundert sich auch, dass trotz versteckter Schilder "Rauchfreier Bahnhof" die Bahnsteige vermüllt sind. Statt Schmierereien und dröhnender Raser in der Bahnhofstraße hatte er Mozart und Goethe erwartet, statt Spielautomaten Musikautomaten. Geschockt und ausgehungert isst er halt einen sauberen Döner statt eines kaiserlichen Kuchens. Der optische und geistige Verfall bedarf einer Gegenvision für Schönes und Edles: Ein Motto wäre zum Beispiel: Erste gewaltfreie und saubere Stadt – Markgräfliches Schopfheim. Was fällt den Burgi-Kandidaten dazu ein? Zur Finanzierung macht es Grenzach vor: Die Spielsüchtigen sollen selber ein paar Hunderttausend beisteuern. Ich würde es aber gerne noch erleben, bevor ich 90 bin.

Alfred Schäfer, Schopfheim