Leserbriefe: "Diskussion teilt die Gemeinde mehr als jede Wahl"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 11. August 2018

Schwanau

In der Debatte über die Unechte Teilortswahl in Schwanau meldet sich der Gemeinderat Thomas Oberle zu Wort.

SCHWANAU (BZ). Zur Diskussion über die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl in Schwanau äußert sich Gemeinderat Thomas Oberle (SPD) in einer Stellungnahme: "Ich bin Schwanauer und ich bin enttäuscht! Diese Diskussion über den Rückschritt zur Unechten Teilortswahl teilt die Gemeinde mehr als jede Wahl es könnte", schreibt Oberle.

"Große Männer, Globetrotter, die in der ganzen Welt arbeiten, treten für weltoffenes Denken ein, nur nicht in der eigenen Gemeinde", betont er. Er glaube weder, dass durch das geltende Wahlsystem Gemeinderatskandidaten aus kleineren Ortsteilen benachteiligt würden, noch dass die Wähler dabei eingeschränkt werden sollen, wen sie wählen dürften: "Jeder kann selbst beurteilen, durch wen er sich besser vertreten fühlt." Grundsätzlich solle nur erwägen, als Gemeinderat zu kandidieren, wer sich für das Wohl der Gemeinde einsetzen wolle – und nicht nur für Teile davon, schreibt Oberle. Während seiner zwölf Jahre als Gemeinderat habe bei allen Entscheidungen die Gemeinde im Mittelpunkt gestanden. "Aus Erfahrung kann ich sagen, dass dies für alle anderen Gemeinderäte zutrifft." Weder seien Vorschläge durchgewunken noch blockiert worden, weil sie aus bestimmten Ortsteilen gekommen waren.

"Wir wohnen in einer tollen Gemeinde, die immer mehr zusammenwächst und mehr als die Summe der vier Ortsteile ist." Man müsse sich nur die Vereine, Kirchengemeinden oder die Feuerwehr ansehen. Ortsteildenken bringe die Gemeinde nicht weiter bei den anstehenden Aufgaben: "Wir müssen uns Gedanken über die Weiterentwicklung machen, zum Beispiel über ein zukunftsfähiges Schulkonzept und die Kinderbetreuung." Sein Fazit lautet: "Nicht: Allmannsweier first, Ottenheim first, Nonnenweier first oder Wittenweier first (In Amerika sieht man ja, wie gut so was funktioniert). Sondern: Schwanau first."