Leserbriefe

Hans Faisst

Von Hans Faisst (Lahr)

Mi, 04. Juli 2018

Leserbriefe Ortenau

SPORTSTÄTTEN IN LAHR

Wird die Klostermatte verschachert?
Zum Bericht "Lahrs Sportlandschaft ist in Bewegung" (BZ vom 28. Juni)
Ein Verein wie der neue SC Lahr braucht aufgrund seiner vielen Mannschaften unbedingt das Sportgelände Klostermatte beim Max-Planck-Gymnasium. Es ist notwendig, das Klubhaus für die Kommunikation der Mitglieder zu erhalten. Die Klostermatte könnte im neuen Verein als Jugendcenter aufgebaut und betrieben werden. "Mit Tradition in die Zukunft", mit solch blumigen Worten warben die Macher des neuen SC Lahr bei den Mitgliedern der ehemaligen Spielvereinigung für den Zusammenschluss mi dem damaligen LFV. Das Konzept war für viele Mitglieder schlüssig, auch für mich, so dass eine überzeugende Mehrheit für den Zusammenschluss stimmten. Wenn man nun den Artikel in der BZ liest, müssen sich die damaligen Zustimmer doch ziemlich veralbert vorkommen. "Der SC Lahr überlässt die Klostermatte inclusive Klubhaus der TGB Lahr." Nur ein Gedankenspiel oder vielleicht schon mehr?

Ich habe keine Probleme mit der TGB, im Gegenteil. Ich achte diesen Verein, der schon seit vielen Jahren positiv zur Lahrer Sportwelt gehört. Von Seiten des SC Lahr ist zu hören, dass man auf diese Gedankenspiele keinen Einfluss hat, diese kommen ausschließlich von der Stadt. Dies zu glauben, fällt nicht gerade leicht, denn es ist aus folgenden Gründen davon auszugehen, dass der SC Lahr diese These aktiv befeuert: Schon seit längerem ist die Klostermatte und insbesondere das Klubhaus ein unbeliebtes Kind. Es finden kaum noch Spiele auf dem Hauptplatz statt. Notwendige Reparaturen am Klubhaus werden nicht mehr durchgeführt. Aber auch aus Sicht der Stadt macht eine solche Veränderung nicht wirklich Sinn: Hat man doch einen satten sechsstelligen Betrag in die Duschen und Umkleidekabinen investiert. Man hat den neuen Rasen ebenfalls mit einem hohen sechsstelligen Betrag bezuschusst. Diese Ausgaben stehen in keinem Verhältnis bei Benutzung der Klostermatte durch die TGB, die nur eine Seniorenmannschaft und zwei bis drei Jugendmannschaften hat.

Die Verkehrsanbindung und die Parkmöglichkeiten auf der Dammenmühle sind miserabel. Eine weitere Konzentration macht keinen Sinn. Auch müssen sich die Macher des SC Lahr vor Augen halten, dass Mitglieder und Sponsoren für die Umwandlung des Hartplatzes in einen Rasenplatz eine hohe fünfstellige Summe gespendet haben. Bekommen diese ihre Spende wieder zurück? Deweiteren ist es moralisch verwerflich, dass die Betreiberin des Klubhauses an der Klostermatte, von diesen Plänen aus der Zeitung erfahren muss. Immerhin betreibt sie das Klubhaus schon seit nahezu zehn Jahren. Eine Veränderung hat für sie auch existenzielle Konsequenzen. An die Macher des SC Lahr: Wenn ihr so mit euren Mitgliedern umgeht, braucht ihr euch nicht wundern, wenn diese euch den Rücken zudrehen und das trotz sportlichem Erfolg. Vereinsleben besteht nicht nur aus Sport.

Hans Faisst, Lahr