Leserbriefe

Reinhard Aukthun

Von Reinhard Aukthun (Allmannsweier)

Mi, 25. Juli 2018

Schwanau

UNECHTE TEILORTSWAHL
Schwanau ist keine Lebensgemeinschaft
Zur bevorstehenden Entscheidung in Schwanau über die Wiedereinführung der unechten Teilortswahl erreicht uns eine Zuschrift.
Die Berichte über die Ortschaftsratssitzungen in Ottenheim und Nonnenweier wegen der unechten Teilortswahl veranlassen mich zu einigen (zum Teil gewollt polemischen) Bemerkungen: "Schwanau ist eine Lebensgemeinschaft" wird eine Ortschaftsrätin zitiert. Leider ist Allmannsweier seit 2014 aus dieser Gemeinschaft fast ausgeschlossen. Bereits als der Beschluss zur Abschaffung der unechten Teilortswahl 2010 gefasst wurde, war uns in Allmannsweier klar, dass wir im künftigen Gemeinderat nicht mehr so wie bisher vertreten sein werden. Es kam schlimmer als befürchtet. Nein – Schwanau ist keine Lebensgemeinschaft, sondern eine reine Verwaltungseinheit; und das wird es auch bleiben.

Viele Wünsche und Anträge aus Allmannsweier wurden abgelehnt oder nicht wahrgenommen mit dem Argument, dass es sich um egoistisches Ortsteildenken handeln würde. Dagegen scheinen Maßnahmen in Nonnenweier und Ottenheim nie mit dem Makel des Ortsteildenkens behaftet zu sein (auch der Millionenplatz in Ottenheim nicht).

Es ist zu vernehmen, dass unsere Ortsvorsteherin und lange Zeit alleinige Gemeinderätin Ria Bühler bei der nächsten Wahl nicht kandidieren will. Aus diesem Entschluss ist eine gewisse Resignation zu entnehmen. Wenn Frau Bühler nicht mehr antritt, wird Allmannsweier keinen Gemeinderat mehr stellen. Gegen das mächtige Stimmenvolumen in Ottenheim und Nonnenweier ist Allmannsweier chancenlos.

Als Grund für die Abschaffung der unechten Teilortswahl wird die hohe Fehlerquote angeführt. Dies könne undemokratisch sein. Ist es aber demokratisch, wenn ein Ortsteil aufgrund des Wahlrechts dauernd von der Mitgestaltung Schwanaus ausgeschlossen bleibt? Welcher Schaden ist denn während der Zeit der unechten Teilortswahl entstanden? Keiner! Kein Wunder, dass die Schwanau-Verdrossenheit in Allmannsweier immer stärker wird. Der Bürgermeister und die (einsichtigen) Gemeinderäte sollten darüber nachdenken, warum. Jüngstes Beispiel dafür ist, dass für die Renovierung des Rathauses in Nonnenweier 850 000 Euro und für das Allmannweierer Rathaus gerade mal 200 000 Euro vorgesehen sind. Alle in den Ortschaftsratsitzungen vorgebrachten Argumente für die Beibehaltung des jetzigen Wahlrechts sind meines Erachtens vorgeschoben. Jeder Sitz für Allmannsweier bedeutet den Verlust eines Sitzes für Ottenheim oder Nonnenweier. Im Stillen hoffen die Kandidaten dort auf ein starkes Ortsteildenken, damit sie möglichst viele Sitze erobern. Motto: Ottenheim first! Nonnenweier first!
Reinhard Aukthun, Allmannsweier