Leserbriefe

Viola de Galgóczy (Lahr (Im Namen vieler geplagter Innenstadtbewohner/innen) )

Von Viola de Galgóczy (Lahr (Im Namen vieler geplagter Innenstadtbewohner/innen) )

Di, 03. Juli 2018

Leserbriefe Ortenau

KÜRZERE SPERRZEIT
Direkter Schlag ins Gesicht
Zum Beitrag "Länger draußen den ganzen Sommer", BZ vom 27. Juni:
Die Ankündigung der neuerlichen Ausweitung der Ausschankzeit für Außenbereiche der Gaststättenbetriebe in der Lahrer Innenstadt auf 24 Uhr ist für uns Anwohnerinnen und Anwohner ein direkter Schlag ins Gesicht. Auch wir haben ein Recht auf nächtliche Ruhe. Endet die Ausschankzeit auf den Terrassen um 23 Uhr, sitzen die Gäste meist bis 24 Uhr draußen, um ihre letzten Getränke vollends zu leeren, unterhalten sich dabei lautstark, stehen danach oft noch lange vor den Kneipen, bis sie dann endlich ihre Fahrzeuge besteigen und mit teils aufheulenden Motoren davonbrausen, unter der Woche meist erst zwei Stunden nach der letzten Ausschankzeit.

An den Wochenenden dauern diese Lärmbelästigungen in der Lahrer Innenstadt meist bis 2.30 Uhr nachts. Dieser Stress soll uns direkt Anwohnenden also nun noch eine Stunde länger zugemutet werden.

Bisher ertragen wir Anwohner/innen meist klaglos folgende Lärmbelastungen innerhalb unserer durch das Bürgerrecht auf (meines Wissens nach) 23 bis 6 Uhr festgelegten nächtlichen Ruhezeit:
– lautstarke nächtliche Unterhaltungen vor unseren Haustüren und oft auch handfeste Schlägereien angeschickerter oder vollstrack betrunkener Kneipenheimgänger/innen bis weit nach 2 Uhr mit anschließendem Verkehrslärm
– ganztägigen Lärm bis tief in die Nacht hinein auch durch Besucher/innen städtischer und werbegemeinschaftlicher Veranstaltungen
– hinzu der Lieferverkehr und die städtischen Fahrzeuge in den frühen Morgenstunden oft bereits ab 5 Uhr morgens.

Dies alles bedeutet für uns direkt Anwohnende, die wir ja einen riesengroßen Beitrag zur Belebung der Innenstadt leisten und wirklich keine Spaßbremsen sind, einen enormen Stress. Wir sind es, die frühmorgens vor der Arbeit noch rasch die ekligen Hinterlassenschaften rücksichtsloser nächtlicher Kneipengänger/innen wie zum Beispiel Essensreste, Scherben und Schmierereien auflesen, wegfegen und aufwischen müssen. Wir sind es, die nachts kaum mehr Schlaf finden.

Nur weil einige innerstädtische Gastronomen den Hals nicht vollkriegen und einige Leute meinen, rücksichtslos die Nacht zum Tag machen zu müssen, soll das für unsere Gesundheit wichtige Recht auf Nachtruhe noch eine Stunde länger missachtet werden – so sieht keine Bürgernähe aus. Gerne lade ich die werten Gemeinderatsmitglieder, die für die halbjährlich gezielte Ausweitung auf 24 Uhr gestimmt haben, ein, wochenends bei uns zu nächtigen. Sie werden allerdings aus oben genannten Gründen bis 3 Uhr kaum Schlaf finden und dürfen uns morgens dann gerne beim Reinigen und Aufräumen helfen.
Viola de Galgóczy, Lahr
(Im Namen vieler geplagter Innenstadtbewohner/innen)