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15. November 2017

Leserbriefe

  1. Die Befüllung des Sees läuft nicht wie geplant. Foto: CHRISTOPH BREITHAUPT

LGS-LANDSCHAFTSSEE

Das wurde durchgeboxt
Zum Beitrag "Der Stegmattensee leckt" und Kommentar "Erst kein Glück und dann Pech" vom 11. November zwei Zuschriften
Bereits im August 2010 war eine Bohrung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie auf dem Gelände des Stegmattensees erfolgt. Diese wurde im Zuge des Planungswettbewerbs zur Landesgartenschau veranlasst. Damit wurde das Bodenprofil bis auf rund 3,8 Metern Tiefe erhoben. Gebohrt wurde insgesamt bis 15,80 Meter tief. Dies hat die Stadt auch eingestanden.

Das ergab eine rund drei Meter dicke Schicht aus stark schluffigem Material. Dieses Material und nicht der minderwertige Kies hätten für den geplanten Baggersee teuer entsorgt werden müssen. Der minderwertige Kies bringt nur sehr wenig Erlös. Diese Erkenntnisse wurden allerdings rund zwei Jahre lang geheim gehalten. Das hatte ich mit meiner Seeanfrage vom Juni 2014 öffentlich gemacht. Die Kostenberechnungen zum See waren also nicht blauäugig, sondern haben etwas mit Vertuschung zu tun. Die tatsächlichen Kosten für den Baggersee kamen dann im Herbst 2013 endlich ans Licht. Die waren mit über fünf Millionen Euro zu teuer. Der Gemeinderat entschied sich dann mehrheitlich für ein vermeintlich billigeres Verfahren. Nur die Linke Liste Lahr forderte immer wieder vergeblich eine Abkehr von diesem unnötigen und teuren Seeprojekt.

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Der Oberboden wurde schließlich einen halben Meter tief abgetragen und der See ringsum angeböscht. Das Ganze sollte mit tonigen Substanzen abgedichtet werden. Dieses Verfahren war von der Stadtverwaltung empfohlen worden. Die Bodenschichten in der Rheinebene sind sehr häufig von Kiesadern durchzogen. Das gilt auch für den Seepark. Diese können bis kurz unter die Oberfläche der Bodenschichten reichen. Im Ried heißen diese Adern "Haischiene". Jeder Landwirt weiß das.

Das neue Verfahren zur Errichtung eines Badesees hatte genau dieses Risiko. Dort ist die Abdichtung mit Ton schwer oder gar nicht möglich. Auch das war den Planern von Anfang an bekannt. Ich hatte vergeblich darauf hingewiesen. Der See wurde durchgeboxt. Nach dem Motto: Alles oder Nichts wurde ein viel zu großes Risiko eingegangen. Mehrkosten sind übrigens schon gewaltige entstanden und steigen weiter: Jede zusätzliche Stunde Pumpen und jede zusätzliche Abdichtungsmaßnahme kosten mehr Geld. Die Lahrerinnen und Lahrer müssen diese Fehlplanung von Anfang an mit den immensen Mehrkosten bezahlen.
Lukas Maria Oßwald, Lahr

Der neue See
"Grundsätzlich sei die Tonlage dicht"//Glaubt es, oder auch nicht.// Grundsätzlich sind die Kosten wie geplant.// Ein Schelm, der Böses ahnt.

Werner Engelmann, Lahr

CHRYSANTHEMA
Schwäbische Gedanken
Zum Abschluss des großen Blumenevents
Eigentlich müßt des heiße: schwäbische Gedanke iwer d’Chrysanthema. Ich hab miner Vetter in Stuegert vorige Woch ang’rufe un-ne g’frogt, ob er und sini Frau nit nach Lohr komme wotte wege de Chrysanthema. Bevor ich’m aber erkläre hab könne,was des isch, die Chrysanthema, do het er schwäbisch korrekt g’frogt: "Was koscht’s?" Do hab ich gsait: "gar nix." Un ohni s’wisse, um was es do geht, do het er gsait: "Höhr, was nix koscht, des isch nix." Erscht dann het er wisse welle, was des isch, die Chrysanthema. Un wo ich des in de schenste Farbe gschildert hab, do het sini Frau gmeint: "Ha woisch, do fahrt e Bus ganz preisgünstig hin." Also sin-si komme, min Vetter un sini Frau. Prima hets-ne g´falle.

Dann aber isch de schwäbisch Kommentar komme: "Woisch", het de Erich gsait, "bei uns in Stuegert got des it so, e riese Ufwand, koi Eitritt, des verstoht koi Mensch. Wieviel kommet do? Rechen mol: bloß oi Euro pro Person, des git bei 300 000 Bsucher, wie-de moinsch, 300 000 Euro, bei zeh Euro Eitritt drei Millione. Bei zwanzig Euro Eitritt.." "Halt", sag ich, des unterscheidet halt die Badner von de Schwobe, mir verschenke ebs, will mir de Lit e Freid mache welle. "So kommt mer zu nix", hat de Erich bim instiege in de Bus g’rufe, mir hän nämlig au noch nie e Daimler verschenkt."

Gunther Lehmann, Schwanau

Autor: Lukas Maria Oßwald, Lahr