Leserbriefe

Mutter Martina Merkle

Von Mutter Martina Merkle (Offenburg)

Mi, 04. Juli 2018

Leserbriefe Ortenau

BAUMSCHUTZVERORDNUNG
Zu einseitig nur das Baumwohl im Blick
Zu der von einer Gemeinderatsmehrheit abgeschafften Baumschutzverordnung von 1986 (BZ vom 19. Juni 2018) meldet sich Mutter Martina Merkle, Oberin der Augustinerchorfrauen im Kloster Unserer Lieben Frau zu Wort.
Nach langen Diskussionen wurde die bestehende Baumschutzverordnung außer Kraft gesetzt. Ihr haftete nach meiner Meinung ein gravierender Mangel an: Zu sehr wurde einseitig das Gedeihen der Bäume in den Mittelpunkt gestellt. Es fehlte eine ausgewogene Sichtweise, die auch die Anliegen der Menschen ernst nimmt. Wer Bäume auf seinem Privatgrundstück hat, kennt in der Regel die Anforderungen einer sachgerechten Pflege und übernimmt dafür die Kosten. Der Bürger will aber auch das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Architektur mehr gewürdigt sehen und sich nicht von umständlichen Verordnungen einschränken lassen. Er möchte zum Beispiel selbst bestimmen, wann ein Rückschnitt der Bäume erfolgen soll, um freie Dachrinnen zu garantieren und gesundheitliche Gefahren von meist älteren Bäumen abzuwenden. Jedermann kennt die hohen Kosten, die entstehen, wenn Spezialfahrzeuge anrücken müssen, um Laub aus den Dachrinnen zu holen oder Hauswände nicht mehr abtrocknen können und so weiter.

Bedingt durch den Klimawandel können auch Bäume Allergien und Atembeschwerden auslösen und eine Fällung nötig machen. Meist kommt es zu einer Nachfolgepflanzung. Diese Erfahrungen sollten ernst genommen werden. Falls es zu einer zukünftigen "Baumfördersatzung" kommt, wünsche ich mir eine Anhörung betroffener Bürger, damit ihre Anliegen auch im Text zum Ausdruck kommen. Mutter Martina Merkle, Offenburg