Brennet-Chef übt harsche Kritik an Bürgermeister

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 19. Mai 2018

Wehr

Stephan Denk will die Lohnveredelung Dreiländereck aus Wehr abziehen.

WEHR (BZ). Der Brennet-Chef und bisherige Investor des Brennet-Areals in Wehr, Stephan Denk, bezieht Stellung zum Schreiben des Bürgermeisteramts (BZ vom 17. Mai). Denk unterstellt dem Wehrer Bürgermeister Michael Thater, sich von einem politischen Vabanquespiel zu einem Hasardeur entwickelt zu haben, der wissentlich mit falschen Behauptungen die Öffentlichkeit "beglückt", in der Hoffnung, so eigene Fehler verschleiern zu können.

Auch wenn Bürgermeister Michael Thater aus dem Schreiben des Bürgermeisteramts nicht namentlich als Verfasser hervorgeht und dort auch sonst keinerlei Erwähnung findet, schreibt der Brennet-Chef die Aussagen in der städtischen Stellungnahme direkt dem Bürgermeister zu. "Sie geben in der Zeitung wörtlich zur Kenntnis: ,Behauptungen (Denk) über diesbezügliche überzogene Forderungen der Stadt (in Sachen Brennet Areal Wehr) sind frei erfunden.’" Als Gegenbeweis zur städtischen Aussage führt Stephan Denk ein Schreiben des Brennet-Anwalts Werner vom 9. Januar 2018 an, das von einem Gespräch mit dem Anwalt der Stadt, Lieber, handelt: "Gesprochen habe ich mit RA Lieber auch über die bislang von der Stadt vorgesehene Gastro-Nutzung im EG von Haus 2 (Anm. d. Red. gemeint ist das Bistro). Ich habe RA Lieber hierzu nochmals erläutert, dass Brennet nach einem ersten Vermietungsversuch keine wesentlichen Einschränkungen hinnehmen will. Nach Aussage von Herrn Rechtsanwalt Lieber ist das der Stadt allerdings zu wenig. Erörtert haben wir einen Kompromiss vielleicht in der Weise, dass für den Fall, dass die Vermietung an den Pächter des Museums-Cafés scheitert (erste Pleite), zunächst von Brennet ein weiterer Vermietungsversuch im Gastrobereich unternommen werden muss und wenn auch dieser scheitert (zweite Pleite) gegebenenfalls die Stadt ein zeitlich begrenztes Pächtersuchrecht erhält (möglicherweise die dritte Pleite)", heißt es im Schreiben.

"Nach dieser Forderung sind wir unverzüglich noch im Januar aus diesem Projekt ausgestiegen, und weil Sie so sind, wie Sie sind, gehen wir Ihnen aus dem Weg und hätten dies besser schon vorher getan", betont Stephan Denk.

Der Brennet-Chef hatte bereits angekündigt, sich aus Wehr zurückziehen zu wollen (die BZ berichtete). Nun lässt er Worten Taten folgen – die Lohnveredelung Dreiländereck soll in Kürze aus Wehr abgezogen werden. Dann hätte die Brennet bis auf den Firmensitz alle Mobilien aus der Gemeinde abgezogen. "Herr Thater, ich verstehe, wenn man ,corriger-la-fortune’ (Anm. d. Red. dem Glück nachhelfen) betreibt, aber so die Unwahrheit zu sagen, zum Schaden einer anderen Person in einer so wichtigen Angelegenheit, wie Sie dies getan haben in einer Tageszeitung vom 17. Mai 2018 ... ich weiß nicht!", merkt Denk an.

Der Brennet-Chef schreibt in seiner Stellungnahme weiter, dass der Bürgermeister von Wehr von "gemeinsamen Bemühungen und von einem gemeinsamen Weg" gesprochen habe. "Am 12. Dezember 2012 waren von uns (Anm. d. Red. die Brennet AG) zwei Herren zu einem Gespräch im Rathaus eingeladen. In Sachen ,fünf Hektar in der Mitte der Stadt Wehr’. Nachdem ich selbst nicht bei dieser Besprechung war, habe ich Sie jetzt nach sechs Jahren gebeten, mir das Ergebnisprotokoll dieses Gesprächs zuzuschicken, was am 8. April 2018 mit einem Begleitschreiben von Ihnen erfolgt ist. Aus diesem Protokoll, das uns jetzt nach Jahren überlassen wurde, geht hervor, dass wir zwar beim Gespräch dabei waren, aber ausdrücklich aus dem Verteiler des Protokolls von Professor Baldauf ausgeklammert worden sind. Und in diesem Protokoll ist von einer Machbarkeitsstudie Rede, die uns nie vorgelegt wurde und damit unbekannt ist", spricht Denk vorangegangene Gespräche über das Brennet-Areal an.

"So viel zu ihrem "gemeinsamen Vorgehen", schreibt Denk. Das Protokoll könne laut Denk bei der Stadt sowie bei der Brennet GmbH jederzeit eingesehen werden. "Was ist an einem solchen Vorgehen gemeinsam, wenn man ausdrücklich aus dem Ergebnisprotokoll dieses Gesprächs ,abgehängt’ wird, während alle anderen fünf Personen dieses Protokoll erhalten?", wirft Denk auf.