Bürgerinitiative Pro Bergtrasse kritisiert Konsenstrasse

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 10. August 2018

Wehr

Georg Wunderle setzt weiterhin auf die Bergtrasse der A 98 bei Wehr / Deges-Vertreter hat vor Ort gefehlt.

WEHR (BZ). Georg Wunderle nimmt für die Bürgerinitiative Pro Bergtrasse in Wehr Stellung zum Besuch des Staatssekretärs im Verkehrsministerium, Steffen Bilger, vom Montag. Vor allem kritisiert er, dass bei den Treffen vor Ort, unter anderem in Wehr (die BZ berichtete am Dienstag) keine Fachleute von der Planungsfirma Deges anwesend waren, an die die Planungsarbeiten vom Regierungspräsidium her übergegangen sind.

Wunderle geht zunächst zurück in die Vergangenheit und erinnert daran, dass der Gemeinderat Wehr für die A 98 eine Untertunnelung ab Lachengraben bis Ende Weckersmatt gefordert habe. "Mit diesem Versprechen und anderen mehr sammelten Personen Unterschriften gegen die Brücke über Öflingen. So haben auch gutgläubige Mitbürger aus Brennet unterschrieben,weil sie dieser Sache glaubten. Die Mehrheit von Brennet aber nicht", so Wunderle. Auch der Gemeinderat habe ja mit großer Mehrheit hinter diesem Tunnel gestanden. Wunderle zitiert aus dem Stadtratsbeschluss von 26. November 1985: Der Gemeinderat stimmt der Variante 1 Dr. Holfelder vom Februar 1985 als Variante mit der Maßgabe zu, dass eine Untertunnelung bereits ab Lachengraben bis Ende Weckersmatt-Siedlung erfolgt.

Der Bevölkerung sei also ein Tunnel versprochen worden. Das Regierungspräsidium habe dem Stadtrat jedoch schon 1987 klar gemacht, dass dies nicht machbar, also Nonsens, sei. "Heute, 30 Jahre danach, präsentiert uns der Stadtrat wieder eine neue Variante, die so genannte Konsenstrasse für die Autobahn A 98. Die örtlichen Politiker sind sich wieder einig. Die Nachteile interessieren nicht. Diese Variante kostet mehr als 100 Millionen Euro mehr unter der Voraussetzung, dass das Haselbachtalbecken für die Trasse nicht freigegeben wird – kein Problem; sie macht Berg- und Talfahrt – auch kein Problem; sie führt mitten durch das Wohngebiet Brennet, die sollen das ertragen. Die Mitbürger haben ja schon die B 34 vor der Nase", so Wunderle.

Es gebe auch einen Kosten-/ Nutzen-Faktor. Mit 100 Millionen Euro Mehrkosten werde dieser sehr schlecht. "Das bedeutet, die Realisierungschancen sinken enorm. Alle, die nach schneller Realisierung rufen, machen mit dieser Variante genau das Gegenteil. Wir hoffen, dass die neue Planungsfirma Deges diese Sache prüft und den Befürwortern wie auch 1987 klar macht, welcher Nonsens ihre Konsensvariante ist. Wir sind der Ansicht, dass der Stadtratsbeschluss von 1985 eine bewusste Täuschung der Bürger war, um die Leute von dem zustimmenden Beschluss zur Brücke von 1976 abzulenken, oder zu sagen, man bekommt noch etwas Besseres als die Brücke: einen Tunnel unter ganz Wehr-Brennet hindurch." Alle wüssten heute: Dieser Tunnel sei nicht machbar. Er sei aber mit großer Mehrheit im Stadtrat beschlossen worden. Zudem kritisiert Wunderle, dass kein Vertreter der Deges zusammen mit dem Staatssekretär vor Ort gewesen sei: "Und noch ein seltsames Vorgehen für eine optimale Trassenfindung in dieser Woche: Kein Vertreter der Planungsfirma Deges war dabei, das heißt doch, da versuchen einige eine Trassenfestlegung ohne Fachleute."