Leserbriefe

Ursula Klein-Egli, Albbruck

Von Ursula Klein-Egli & Albbruck

Sa, 27. Januar 2018

Leserbriefe Waldshut

GESUNDHEITSVERSORGUNG
Wir gehen sicher nicht mehr ins Spital Waldshut
Zum Leserbrief von Ilse Doppelgatz "Zwölf Stunden Ausharren im Waldshuter Spital" (BZ vom 25. Januar):
Dem Leserbrief von Frau Doppelgatz kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Auch wir haben vor einigen Monaten ein solches Drama erfahren. Mein 80-jähriger Lebensgefährte (schwer behindert, kann nur ein paar Schritte am Rollator gehen) musste zu einer Bluttransfusion. Wir waren um 10 Uhr bestellt und waren pünktlich da. Nach einiger Zeit kam ein Pfleger und sagte uns, wir sollten ins Zimmer XY gehen, es käme jemand. Nachdem wir etwa eine Stunde gewartet hatten, konnte mein Lebensgefährte nicht mehr sitzen. Also ging ich zum Pflegestützpunkt und fragte nach. Daraufhin bekam ich zur Antwort, das zweite Bett im Zimmer sei für meinen Lebensgefährten, er könne sich hinlegen, es käme gleich jemand.

Das besagte Bett war nicht frisch bezogen, also ging ich wieder zum Stützpunkt. Die Schwester entschuldigte sich, bezog das Bett dann frisch oder brachte ein neues – das weiß ich nicht mehr genau. Nachdem mein Lebensgefährte sich dann endlich hinlegen konnte, warteten wir eine weitere Stunde, bis endlich jemand kam, um Blut abzunehmen. Dann ging ich rasch nach Hause, um etwas zu essen zu holen. Ich hatte gehofft, als ich wieder kam, dass die Blutkonserve da war. Aber seit ich weggegangen war, hatte sich niemand mehr blicken lassen. Im Laufe des Nachmittags ging ich mindestens fünfmal zum Stützpunkt, um nachzufragen, wo das Blut denn bleibe. Es hieß immer: Das Labor ist daran.

Endlich um 16.30 Uhr hat ein Arzt die Konserve angelegt. Der Durchlauf dauerte etwa eine Stunde. Nach mehrmaligem Nachfragen hat dann die Schwester die Konserve entfernt, aber gesagt, der Zugang muss noch dran bleiben, der Arzt käme noch vorbei. Mittlerweile war es bald 20 Uhr und mein Lebensgefährte konnte vor Schmerzen auch fast nicht mehr im fremden Bett liegen. Kurz vor halb zehn abends habe ich dann ein Ultimatum gestellt, dass wir in fünf Minuten heimgehen würden. Schließlich kam dann doch noch der Narkosearzt, entfernte den Zugang und entließ uns nach etwa zwölf Stunden endlich nach Hause.

Ich mache nicht den Ärzten und Schwestern einen Vorwurf über die Zustände, die im Spital Waldshut herrschen, denn sie sind völlig überlastet und gestresst, das merkt man im Gespräch. Aber die Verantwortlichen – Landrat, OB und Verwaltungsdirektor – müssen sich schon fragen lassen, wie lange das noch so weiter gehen soll.

Wir werden also sicher auch nicht mehr nach Waldshut gehen, sondern über den Rhein in die Schweiz. PS: Das war nur ein Fall, ich kenne noch mehrere! Bei einer Transfusion in Bad Säckingen waren wir nach zwei Stunden wieder zu Hause. Ursula Klein-Egli, Albbruck