Leserbriefe

Anica Döbele

Von Anica Döbele (Laufenburg)

Fr, 24. August 2018

Bad Säckingen

BUNTES FERIENDORF
Das war alles andere als ein Familienfest
Zum Bericht "Ich bin im Schockzustand", in dem Bufedo-Veranstalter Peter Kanele Bilanz zieht (BZ vom 21. August)
Lieber Herr Kanele, ich hoffe, Sie konnten sich mittlerweile von Ihrem Schockzustand erholen. Gerne möchte ich Ihnen helfen, dass Sie zumindest zur geplanten Manöverkritik besser vorbereitet sind als zu dieser Veranstaltung.

Ihr "Kommunikationsproblem" muss wohl erst nach Veranstaltungsende aufgefallen sein, da Sie dies andernfalls natürlich umgehend behoben hätten. Schwer vorstellbar, da Besucher ihren Unmut unmittelbar auch auf sozialen Netzwerken äußerten. Dieses Kommunikationsproblem ging jedoch über die eintrittsfreie Zeit, die es versehentlich nicht gab, hinaus, da nicht, wie von Ihnen beschrieben ein Euro pro Tag verlangt wurde, sondern vier Euro für vier Tage, die man auch zahlen musste, wenn man nur einen Tag zum Bufedo wollte. Ich weiß dies, da ich wohl eine der wenigen war, die Sie nicht bewusst boykottiert hat und tatsächlich vor Ort war. Es ging sogar soweit, dass man selbst mit Eintrittskarte zur Abendveranstaltung um 18.50 Uhr noch vier Euro Eintritt hätte zahlen sollen, um das Gelände zu betreten, oder alternativ zehn Minuten davor warten musste. Ein familienfreundliches Fest ist es somit schon von den Preisen her nicht gewesen. Ganz abgesehen vom fehlenden Kinderprogramm, oder überhaupt Programmpunkten tagsüber. Ein buntes Feriendorf wäre tatsächlich ein super Konzept gewesen, doch leider war dieses Bufedo alles andere als ein Familienfest.

"Der Fußweg zum Gelände sei vielen möglichen Besuchern vielleicht zu weit gewesen", sagten Sie. Wie hätten mögliche Besucher diesen Fußweg denn finden sollen? Der Veranstaltungsort war in keinster Weise ausgeschildert, und selbst für Ortskundige schwer auffindbar. Parkplätze waren für die vielen erwarteten Besucher auch keine eingeplant. Die Formulierung, dass sich nur wenige Gäste "auf das Gelände verirrt" hätten, ist somit sehr treffend.

Auch vor Ort musste man sich erst zurecht finden. An manchen Ständen gab es Becher, mit denen man sich auf dem Gelände bewegen durfte, an anderen Ständen gab es Gläser, die man nur in einem bestimmten Bereich trinken durfte. An manchen Ständen konnte man bar bezahlen, für andere Stände benötigte man Bons. Diese konnte man jedoch nach Veranstaltungsende nicht mehr zurückgeben, worauf in keinster Weise hingewiesen wurde. Auch eine Art, Geld zu verdienen. Da müssen Sie sich leider nicht über Kritik und Häme in den sozialen Netzwerken wundern, die jedoch ordentlich schnell wieder gelöscht wurden, um weitere Besucher nicht zu beeinflussen. "Bauchlandung" ist hier wohl noch sehr milde ausgedrückt, Herr Kanele!
Anica Döbele, Laufenburg