Leserbriefe

Simone Wolf (Bad Säckingen)

Von Simone Wolf (Bad Säckingen)

Di, 17. Juli 2018

Leserbriefe Waldshut

TROMPETERLAUF
Motivation für die Nachwuchsläufer?
Zu "Ein Fest für Sportler und Zuschauer", BZ vom 14. Juli:
Liebes Organisationsteam, erst mal vielen Dank für die Organisation des Laufs. Toll, dass es überhaupt einen Lauf gibt, an dem auch nicht so trainierte und echte Hobbyläufer mitmachen können und nicht gleich von den Profis überrannt werden. Aber ein wenig meckern möchte ich doch. Ihr habt eine tolle riesige Bühne mit immens viel Platz, um eine Siegerehrung zu machen – und wen lasst ihr unten stehen? Die jeweils Zweit- und Drittplatzierten der Staffel. Das hättet ihr sehen sollen, was für enttäuschte Gesichter verständnislos und demotiviert nach Hause liefen. Die Jugendlichen hatten über eineinhalb Stunden nach ihrem Zieleinlauf auf die Siegerehrung gewartet. Die zweite Mädchenstaffel war gerade mal drei Sekunden hinter der ersten, die zweite Mixedstaffel war die jüngste Staffel und wurde gesamt Vierter. Das motiviert wirklich nicht, zumal je älter die Jugendlichen, desto weniger wollen mitmachen. Im Gegenzug wird lange und ausführlich über nicht angetretene Sportler oder ehemalige oder all die Sponsoren gesprochen. Hebt doch die jungen Läufer hervor. Die Siegerin der U 14 war schneller als die U-16-Läuferinnen. In anderen Sportarten holt man bei den Kindern die ersten zehn auf die Bühne, die ersten drei erhalten Urkunde oder/und Medaille. Und bei einer Staffel, sprich bei einer Mannschaft, gibt es für jeden Läufer eine Medaille, nicht nur eine Medaille pro Mannschaft. Also Zeit und Platz wären da gewesen. Es wäre schön, wenn ein paar Dinge beim nächsten Mal berücksichtigt werden und noch mehr Jugendliche mitmachen würden. Ansonsten weiter so und bis nächstes Jahr.

Simone Wolf, Bad Säckingen

GESUNDHEITSVERSORGUNG
Die Bevölkerung ist verängstigt
Zu "Förderverein Pro Spital kritisiert Anbau in Waldshut", BZ vom 13. Juli:
"Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären." Zutreffender kann man die Situation um die Gesundheitsversorgung in unserem Landkreis kaum beschreiben. Einer unheiligen Allianz zweier gleichgesinnter Akteure war es endlich gelungen, das Bad Säckinger Spital zu schließen. Dem Landesgesundheitsminister ging es um die Erfüllung der bundespolitischen Vorgabe, der Stadt Waldshut darum, sich einen lästigen Konkurrenten vom Hals zu schaffen. Die Art und Weise, wie unser Krankenhaus durch Lug und Trug seiner Funktionen beraubt wurde, kann man nur als kollektives Staatsversagen auf kommunaler Ebene bezeichnen. Dort, wo Beschlüsse durch den Landrat hätten vollzogen werden sollen (Februar 2017), fehlte die Kontrolle durch den Kreistag. Dort, wo der Landrat die Beschlusslage in seinem Sinne verkürzt hatte (November 2017 in Laufenburg), nahm die Mehrheit des Kreistages diese Entscheidung widerspruchslos hin und entmachtete sich selbst. Dass die Aufsichtsbehörde sich nicht zuständig fühlte, den Verstoß des Landrates gegen das imperative Mandat zu ahnden, passt zu der Einschätzung, dass geltendes Recht und Gesetz nur für den Bürger, aber niemals für die Behörden gelten. Jetzt, ein halbes Jahr nach der unverantwortlichen Schließung des Bad Säckinger Krankenhauses, muss Herr Schlaudt eingestehen, dass das Waldshuter Krankenhaus die alleinige Versorgung nicht bewältigen kann. Der Rettungsdienst ist durch die weiten Wege völlig überlastet, die Bevölkerung ist verängstigt. Dass die Patienten in andere Krankenhäuser abwandern, ist eine durchaus verständliche Reaktion, richtet sich der Beschluss doch gegen die Interessen der Patienten und der einweisenden niedergelassenen Ärzte im westlichen Teil unseres Landkreises. Dies macht die finanzielle Situation der Spitäler Hochrhein GmbH nicht einfacher. Aber dies alles war vorhersehbar und wurde mehrfach den Verantwortlichen kommuniziert. Niemand konnte damals sagen, er habe es nicht gewusst. Dennoch wurde dieser unselige Beschluss gefasst, weil die Mehrheit des Kreistages, geblendet von einer trügerischen Hoffnung auf sinkende Defizite und überrascht durch den gesichtswahrenden Vorschlag einer illusionären Campusidee des Herrn Guhl, nur eines im Sinn hatte: Endlich das Krankenhaus in Bad Säckingen zu schließen, damit nicht noch mehr Geld in der insolvenzträchtigen Spitäler Hochrhein GmbH verbraten wird. Ursache für die Defizite, übrigens auch und nicht zuletzt durch das Krankenhaus Waldshut verursacht, waren weniger die Krankenhäuser, als vielmehr die totale Desorganisation der Gesellschaft selbst, die es bis heute nicht in den Griff bekommen hat, zeitnahe Controlling-Instrumente einzuführen. So bleibt die bittere Konsequenz, dass der Kreistag für den zeitlich begrenzten Erweiterungsbau in Waldshut und dessen späteren Abriss viel Geld wird ausgeben müssen. Die Bad Säckinger Kreisräte werden diesem hirnrissigen Unterfangen zustimmen, um sich nicht durch Konfrontationskurs der minimalen Chance zu berauben, die klaffende Finanzierungslücke für den Campus durch weitere Millionen aus dem Kreishaushalt erkaufen zu können. Alle anderen Kreisräte werden zustimmen müssen, um die Folgen ihres verantwortungslosen Beschlusses abzumildern.

Rolf Metzger, Bad Säckingen