Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

16. Dezember 2008

Leserbriefe

Waldorfschule

Wenig besinnliche

Weihnachtszeit

Zur neuerlichen Debatte um die Waldorfschule in Emmendingen hat uns eine Leserin eine Zuschrift in Form eines Briefes an die Vereinten Nationen zugeschickt.

Liebe UN,

heute möchte ich Dir noch nachträglich zum Geburtstag gratulieren und Dir zu diesem Freudentag auch ein kleines Präsent überreichen. Pünktlich zu Deinem Geburtstag tag hatte nämlich der Schulausschuss des Baden-Württembergischen Landtags getagt und kam mehrheitlich (CDU/FDP) zu dem Ergebnis, dass Kinder, wenn sie nicht der Norm entsprechen, keinen Anspruch auf einen integrativen Schulplatz haben.

Also, um es deutlich zu sagen: Es bleibt uns Eltern weiterhin verwehrt, unser Kind gemäß den Vorgaben der UN-Menschen- und Kinderrechtskonvention zu beschulen und zu fördern. Diese Entscheidung nur wenige Tage nach der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention durch den Bundestag sorgt dafür, dass die Glaubwürdigkeit der Politik einmal mehr auf der Strecke bleibt. Man kann nur hoffen, dass der Protest von immer mehr Menschen dafür sorgt, die Mauern in den Köpfen der Parteipolitker einzureißen. Hierzu kann auch die ARD-Sendung Kontraste vom 4. Dezember beitragen, die die Situation der betroffenen Kinder, Eltern und Lehrer deutlich macht.

Werbung


Mein "Dank" als sehr enttäuschte Mutter eines der vier Kinder aus der Integrativen Waldorfschule Emmendingen geht an die Landesregierung, die der UN zum Geburtstag dieses tolle Geschenk gemacht und es ermöglicht hat, dass hier mitten in Deutschland im Jahre 2008 die Menschenrechtskonvention noch immer so dringend gebraucht wird.

Danke auch Euch christlichen und freiheitlichen Politikern, dass Ihr unserer Familie in unserem schönen Kinderland nach unruhigen Sommerferien nun auch noch eine so wenig besinnliche Advents- und Weihnachtszeit beschert.

Ja, liebe UN, so ist das hier in unserem Musterländle. Es gibt auch nach Deinem 60. Geburtstag noch etwas für Dich zu tun.

Allen, die mehr zum Thema inklusives Lernen wissen oder sich vernetzen möchten, empfehle ich die Website http://www.bildung-neu-denken.de
Diana Schiekofer, Freiburg



Eisbahn

Die Angst eines

behinderten Menschen

Zur Eisbahn in Emmendingen.

Ich könnte ein Buch darüber schreiben, über solch Agieren, solch Menschen.

Hier aber nur so viel: Die Eisbahn in Emmendingen ist super – ein Kinderparadies! Wie aber sieht es dabei mit der Verwirklichungsmöglichkeit Behinderter aus? Vorfreude, aber ? Trotz vorheriger Anfrage und Inzweifelstellung, der Möglichkeit einer behinderter Person mit Ängsten kein Entgegenkommen, keine Hoffnung zum Schlittschuhlauf. Wir bezahlten den vollen Eintritt. Ich besprach zuvor mit dem Chef der Eisbahn die aber schon längst bekannte Problematik (es handelt sich um ein Authistsyndrom) und erwähnte, dass sie nur wenige Minuten laufen würde.

Dann: Das Aus! Obwohl eine liebe Frau helfend zur Seite stand, musste der Versuch abgebrochen werden: Angst.

Auf meine Anfrage hin, an die behinderte Person, wie es mit einem anderen Mal wäre, Schlittschuh zu laufen, kam nur ganz lakonisch: "Nee!" Die Eisbahn ist super. Peter Paul Kusche, Emmendingen

Autor: bz