Leserbriefe

Martin Kruegle

Von Martin Kruegle (Klettgau)

Do, 17. Januar 2019

Kreis Waldshut

ZENTRALKRANKENHAUS
Aus Fehlern lernen? Fehlanzeige!
Zur Berichterstattung über das angedachte Zentralkrankenhaus und die Schließung der bisherigen Standorte in Bad Säckingen und Waldshut
Zentralkrankenhaus! Noch heute handelt man nach einem rund 15 Jahre alten Gutachten zum Zentralkrankenhaus (Fertigstellung in zehn Jahren) und nimmt es als Grundlage für weitere Fehlplanungen der ärztlichen Versorgung. Weiter so mit dubiosen Entscheidungen, Planungen und dem Vernichten von Geldern. Die Auftragsvergabe und Ergebnisse aus diesem Gutachten sind bis heute nicht aufgearbeitet, weder fachlich, wirtschaftlich, noch journalistisch. Es ist auch nichts Neues oder Überraschendes, dass ein Gutachten fast immer im Sinne des Auftrag- und Geldgebers ausfällt.

Leider geht es auf diesem Niveau weiter wie die panikartige, undurchdachte Schließung des Spitals von Bad Säckingen oder der geplante Pfahlanbau in Waldshut am Krankenhaus beweisen.

Seit der Erstellung des oben erwähnten Gutachtens hat sich die Arzt- und Kliniksituation sehr stark verändert. Den gravierenden Hausärztemangel auf dem Lande gab es noch nicht, die ärztliche Notversorgung hat sich dramatisch verändert, und viele Klinikneubauten und Aufrüstungen in der Umgebung kamen hinzu. Der heutige und zukünftige Bedarf für unseren Kreis muss die Grundlage für die Neugestaltung der ärztlichen und klinischen Versorgung sein.

Meines Erachtens hat für die jetzige und zukünftige Planung eine ärztliche Notfallversorgung erste Priorität! Wir sind nun mal ein kleiner Landkreis, eingeschränkt durch die Landesgrenze, durch umliegende Kliniken- und Fachzentren. Deshalb sollte das bestehende Klinikum bedarfsgerecht, zukunftsorientiert und wirtschaftlich sinnvoll modernisiert werden. Es wurde schon zu viel Geld vernichtet, wie zum Beispiel bei der Stadt Waldshut-Tiengen (ca.14 Millionen Euro jährlich) oder die Plünderung des Spitalfonds. Diese Fakten und Zahlen werden in unserer Tagespresse veröffentlicht, aber nie fachlich hinterfragt und journalistisch aufgeklärt. Man stelle sich in der privaten Wirtschaft ein solches Missmanagement vor. Jeder Unternehmer stehe nach kürzester Zeit vor dem Ruin und müsste auch dafür haften. Dass es anders und besser geht, hat das Waldshuter Krankenhaus unter der Leitung des Spitalfonds jahrelang durch ausgeglichene Haushalte bewiesen. Unerklärlich ist auch das Stillschweigen der AOK, des größten Geldgebers der Kliniken über die Patienten.

Es kann auch nicht sein, dass Entscheidungen einzelner Personen über zweistellige Millionenbeträge vom Kreistag ohne erkennbare Aussprache oder Einwände mit einem Kopfnicken abgesegnet werden. In der vergangenen Kreistagssitzung wurden mehrere Personen als Aufsichtsrat und Prüfer des Spitals bestimmt und gewählt. Dieser Aufsichtsrat soll und muss für die zukünftige Richtungsvorgabe, Planung und Entscheidung eingesetzt werden und steht auch in der Verantwortung. Somit könnten bereits vorgesehene und weitere kuriose Entscheidungen vermieden werden. Die Bürger sollten mit einbezogen werden, und jeder Kreisrat steht in der Pflicht und Verantwortung.

Aus Fehlern lernen…? Noch ist es nicht zu spät!Martin Kruegle, Klettgau