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04. November 2008

Leserbriefe

GERMAN PELLETS
"Rauchfahnen sprechen Bände"
Zu dem BZ-Artikel "Dekra-Messung wird verschoben" vom 29. Oktober.
Welch Überraschung: Die Kontrollmessung bei der Firma German Pellets, notwendig geworden durch deren endlich amtlich festgestellte Lärmüberschreitung (. . .) ist kurzfristig wegen schlechten Wetters verschoben worden. Da mag die Dekra auch noch so technische Gründe für das Verschieben haben, ein weiterer ist mir gewiss: Bei den aktuellen klimatischen Verhältnissen müssen die Pellet- Anlagen jetzt wirklich auf Volllast gefahren werden. Die neuerdings wieder zu beobachtenden Rauchfahnen, von erneutem nächtlichem Lärm ganz abgesehen, sprechen Bände.

Was ich noch nicht ganz verstehe: Die Dekra hatte einen Referenzmesspunkt südöstlich der Firmenanlagen festgelegt, auf dem künftig der Gesamtlärm bei Bedarf kontrolliert werden sollte. Nun aber misst sie, wenn man der Presse glauben darf, bloß direkt am Bandtrockner. Ich fühle mich als Bürger, aber auch Stadtrat nicht nur weiterhin uninformiert, sondern auch gründlich verseckelt. Soll hier der Firma German Pellets etwa Gelegenheit gegeben werden, möglichst bald ihren schon längst vorliegenden Bauantrag auf Verdoppelung ihrer Produktionslinie endlich durchziehen zu können? Die Firma hat sich ja bisher gegenüber der Bürgerinitiative Gewerbepark Ettenheim/Mahlberg (BI) standhaft geweigert, darzulegen, welche lärmmindernden Maßnahmen sie in der Zwischenzeit nach eigenem Bekunden auf ihrem Gelände durchgeführt habe.

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Betriebsgeheimnisse? Nein, da handelt es sich eher um Verschleierung und Volksverdummung! Noch immer werden sachliche Fragen der BI gegenüber beharrlich nicht beantwortet, etwa nach künftiger Einhaltung des Gesamtlärmkontingentes für das DYN-A 5-Gebiet oder nach nächtlichen Aktivitäten auf dem benachbarten Areal der Holzaufbereitung, wo eine Hammermühle genehmigt ist, die erwiesenermaßen längst jenseits aller Grenzwerte mahlt. Was müssen wir Bürger uns noch gefallen lassen, bis Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden ihre früheren Beschwichtigungsversuche endlich einstellen und stattdessen lieber ihren Pflichten nachkommen? Was muss geschehen, bis diese höchst unseriöse Firma endlich in ihre Schranken gewiesen wird? Michael Masson, Orschweier

"HORROR NIGHTS"
Eine Woche lang wie auf dem Rummelplatz
Ein Ruster Leser beschwert sich über die Ruhestörung bei den "Terenzi Horror Nights" im Europa-Park (BZ vom 29. Oktober: "Endspurt im Europa-Park").
"Horror Nights" beschert dieser herbstliche Endspurt vor allem den Anwohnern des Europa-Parks: Abend für Abend Geböller – sie dürfen sich eine Woche lang wie auf dem Rummelplatz fühlen. Besonders tröstlich ist es da nicht, wenn der Ruster Bürgermeister sich bemüßigt fühlt, in seinem Amtlichen Mitteilungsblatt darauf hinzuweisen, dass die Feuerwerkserien "wieder wie in den vergangenen Jahren täglich" stattfinden würden. Eine schlechte Gewohnheit wird nicht dadurch besser, dass man stur an ihr festhält. Und die Rechtmäßigkeit einer solchen Ruhestörung ist mit solchen Erklärungen noch lange nicht erwiesen.

Eine seltsame Art von Journalismus, die Sie ihren Lesern da zumuten – mal abgesehen von der Teenagersprache, in der es nur so von englischen Phrasen wimmelt. Eine anonyme 13-Jährige aus Frankfurt muss als Kronzeugin dafür herhalten, dass es sich hei diesem Horror um eine "super" Veranstaltung handle. Wer ungefragt die Nebengeräusche erdulden muss, kommt zu einem anderen Urteil. Das Ganze liest sich wie ein Reklameprospekt aus dem Büro der Presseabteilung des Europa-Parks. Rudolf Utz, Rust

Autor: Michael Masson, Orschweier