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26. Januar 2015

Das Thema Pflege bleibt oft ein Tabu

Nur knapp ein Drittel der Bürger in Deutschland hat laut einer Umfrage das Gespräch mit den engsten Angehörigen gesucht.

  1. Diese Frau wird in ihrer Wohnung von Verwandten betreut. Foto: dpa

Das Thema Pflege ist für viele Menschen ungeachtet der öffentlichen Debatten immer noch ein Tabu. Nur ein knappes Drittel der Bürger in der Bundesrepublik hat mit den engsten Angehörigen darüber gesprochen, wie diese im Pflegefall betreut werden möchten, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht.

35 Prozent gaben demnach an, sie meiden das Thema, weil es ihnen Angst mache oder sie den Eindruck haben, dass niemand in der Familie darüber sprechen wolle. 68 Prozent und damit die meisten Menschen sprechen indes nicht darüber, weil aus ihrer Sicht bislang der Anlass fehlte.

Mit der zum Jahreswechsel in Kraft getretenen Pflegereform wurden zahlreiche Leistungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige verbessert. Zugleich wurde der Beitragssatz in der gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte erhöht.

Wie eine weitere repräsentative Umfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt, werden die neuen Gesetzesregelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zwar von weiten Teilen der Bevölkerung als hilfreich eingeschätzt. Allerdings gibt es Zweifel vor allem an der Praktikabilität der Familienpflegezeit. Nur knapp jeder Dritte würde sie demnach in Anspruch nehmen.

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Dabei spielen finanzielle Gründe die ausschlaggebende Rolle (84 Prozent). Auch die Angst vor beruflichen Nachteilen würde immerhin noch 43 Prozent davon abhalten, die Familienpflegezeit tatsächlich zu nutzen.

Zehn Tage können sich Pflegende freistellen lassen

Pflegende können sich zehn Tage lang vom Arbeitgeber freistellen lassen, etwa 90 Prozent des Nettolohns zahlt in dieser Zeit die Pflegeversicherung. Arbeitnehmer in Firmen mit mehr als 25 Mitarbeitern haben Anspruch auf bis zu 24 Monate Familienpflegezeit. Forsa befragte für das ZQP etwa 2000 Berufstätige.

Autor: AFP