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29. September 2009

Linke Hochburg Friedlingen

Verluste der SPD verändern die politische Landschaft in Weil / Wahlbeteiligung unter Kreisschnitt

  1. Die Helfer im Wahllokal Rathaus waren unter den Ersten, die ihr Ergebnis weitermelden konnten. Am schnellsten, waren aber zum wiederholten Mal die Zähler im Haus der Volksbildung. Foto: Lauber

WEIL AM RHEIN. Einen Tag nach der Bundestagswahl standen gestern zwei Aspekte im Mittelpunkt: der Absturz der SPD und die in Weil erneut schlechte Wahlbeteiligung. Wahlsieger Armin Schuster geriet da fast ein wenig ins Abseits – zu Unrecht, wie er meint: "Ich bin sehr zufrieden, weil ich mit einem knapperen Ausgang gerechnet hatte."

Bemerkenswert an Schusters Resultat ist, dass er trotz leichter Verluste für die CDU (-0,75) das Ergebnis seiner Vorgängerin Dorothea Störr-Ritter nicht nur hat halten, sondern sogar noch ausbauen können (+0,40). Und letztlich reichte das, um die Kontrahentin Jana Zirra von der SPD um 2,5 Punkte zu überflügeln.

Zirra freilich hat sich ebenso achtbar geschlagen und bei der Erststimme nicht ganz so stark verloren wie die Partei bei der Zweitstimme. Doch insgesamt waren die immensen Verluste eben nicht wett zu machen. Dabei fällt auf, dass die SPD quer durch die ganze Stadt massiv abgegeben hat. Vor vier Jahren lag man bei Erst- und Zweitstimme bis auf Ötlingen in allen Stadtteilen vorn, nun konnte man nur noch am Otterbach und Jana Zirra außerdem in Märkt und Haltingen noch die Nase vorn behalten.

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Dennoch ist das Fazit bitter: Ausgerechnet auf der Leopoldshöhe, wo SPD und Kandidatin vor vier Jahren noch die besten Ergebnisse erzielten, ist es nun zu den schlimmsten Einbrüchen von um die 17 Prozent gekommen. Und ähnlich sieht es in Friedlingen aus. Zugleich sammelte dort die Linke 13,3 Prozent der Stimmen und schaffte ihr stärkstes Ergebnis in der Stadt – soziale Schwäche und Sympathie für Links gehen offenbar Hand in Hand.

Zugleich hat man in Friedlingen aber auch eine sehr schlechte Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Nicht einmal jeder Zweite ging zur Urne. Das war nur am Otterbach noch schlimmer, wo die Quote bei 35,8 lag. Am eifrigsten waren die Ötlinger mit 63,9 Prozent – was insgesamt aber nichts daran ändern konnte, das Weil am Rhein mit 65,1 Prozent eine unterdurchschnittliche Beteiligung verzeichnet und hinter Lörrach mit 66,8, aber noch vor Rheinfelden mit 64,7 rangiert.

Autor: Hannes Lauber