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15. Juni 2012

Liske bleibt nur bis Ende August

Der Pfarrer will in Waldshut-Tiengen als Religionslehrer arbeiten und promovieren / Dekanin kündigt Vertretungspfarrerin an.

  1. Daniel Liske wird die Pfarrstelle gegen eine Religionslehrerstelle tauschen. Foto: schütz/langelott

  2. Pfarrer Mahler, verantwortlicher Vakanzvertreter für Eimeldingen und Märkt, bedauert Liskes Weggang. Foto: Jutta Schütz

EIMELDINGEN / EFRINGEN-KIRCHEN. Daniel Liske wird nur noch bis zum 31. August als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Eimeldingen, Märkt und Fischingen tätig sein. Dann wechselt er als Pfarrer in den Schuldienst und wird an Schulen in Waldshut-Tiengen arbeiten. Das Dekanat plant als Zwischenlösung, ab September eine "Pfarrerin im ständigen Vertretungsdienst" nach Eimeldingen zu entsenden. Auf Vakanzvertreter Steffen Mahler sollte daher nicht viel Mehrarbeit zukommen.

"Es fällt mir nicht leicht zu gehen, und es tut mir auch sehr leid", betont Pfarrer Liske auf Nachfrage der BZ. Aber er habe sich doch nach langem Überlegen entschlossen, die Gelegenheit beim Schopf zu packen, die sich durch die angebotene Stelle an Schulen in Waldshut und Tiengen bot. Dies ermögliche es ihm, einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: das Schreiben einer Doktorarbeit. Dass es ihm in Eimeldingen vielleicht nicht gefallen haben könnte, weist er zurück. Ganz im Gegenteil fühle er sich dort wohl, das Miteinander klappe gut, auch mit Fischingen, wie er ergänzt, und man habe einiges zusammen bewegen können.

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"Ich habe mich sehr gut eingelebt und eingearbeitet", so Liske. Die Konflikte, die am Anfang aufgetreten seien, spielten inzwischen keine Rolle mehr. Im Übrigen, so sein Hinweis, habe er sich schon um eine Lehrerstelle bemüht, bevor er seine Stelle in Eimeldingen antrat, um sich die wissenschaftliche Arbeit zu ermöglichen. Denn als Religionslehrer habe er zwar nicht weniger Arbeit, aber sie sei geregelt und lasse das kontinuierliche Arbeiten an einer Dissertation zu. Er bleibe jedoch Pfarrer und habe später jederzeit die Möglichkeit, sich für eine Pfarrstelle zu bewerben.

Seit September 2011 ist er "Pfarrer auf Probe" in Eimeldingen. Und lange habe er gedacht, sagt Daniel Liske, dass er dort bleiben werde. Der Lehrerstellenwunsch erschien auch kaum erfüllbar. Nun, wo die Stelle sich biete, wolle er die Chance nutzen. "Wenn nicht jetzt, wann dann". Die Jugendbetreuung mithilfe des Janz-Teams, im Dorf nicht unumstritten wegen der evangelikalen Ausrichtung des Missionswerks, werde weiter Bestand haben. Die Beschäftigung des Janz-Teams sei von den Kirchengemeinderäten gewollt, erinnert Liske, und die Vereinbarung mit dem Janz-Team sei nicht mit ihm, sondern mit den Kirchengemeinden getroffen. Er selbst möchte die Jugendarbeit ehrenamtlich weiterbetreuen, so lange er mit seiner Familie in Eimeldingen lebt. Da seine Frau im Herbst das vierte Kind erwarte, plane man den Umzug erst Mitte 2013, erläutert er. So lange wolle er pendeln. Das derzeit leerstehende und in Sanierung befindliche Pfarrhaus werde im August fertiggestellt sein, ergänzte er.

In seiner Doktorarbeit möchte sich Liske einem religionswissenschaftlichen Thema widmen: der Geschichte der Frömmigkeit seit dem zweiten Weltkrieg, wie sie sich am Beispiel der pietistischen und der evangelikalen Strömungen innerhalb der evangelischen Kirche zeigt und die er analysieren und reflektieren möchte.

Seit dem Weggang von Pfarrer Tanneberg hat Steffen Mahler, Pfarrer in Efringen-Kirchen, die Vakanzvertretung für Eimeldingen und Märkt übernommen, da ein Pfarrer auf Probe nicht mit allen Kompetenzen ausgestattet ist. Pfarrerin Bertina Müller hat diese Funktion für die Kirchengemeinde Fischingen inne. Nachdem Steffen Mahler mit Pfarrer Veldinks Ruhestand nun aber auch Verantwortung in den Gemeinden Mappach, Wintersweiler und Egringen hat, stellt sich die Frage, wie er die eigenen Gemeinden plus die Veldinks plus die Liskes stemmen soll. Bisher kümmert sich Daniel Liske um die Gottesdienstgestaltung und den Konfirmationsunterricht, während Mahler unter anderem in Kindergartenfragen entscheiden muss, zum Teil bei Beerdigungen einspringt, in kirchlichen Gremien sitzt, und die Verwaltungsarbeit begleitet, wobei Mahler ergänzt: "Den Löwenanteil macht das Sekretariat".

"Ich freue mich für Daniel Liske, dass er die Stelle gefunden hat, für Eimeldingen ist es schade", meint Steffen Mahler. Er warte nun auf ein Signal vom Dekanat, wie es im September weitergehe, ergänzt er, nachdem er die Nachricht vom Weggang Liskes vom Urlaub zurückkommend gerade erst erhalten hat. Dekanin Bärbel Schäfer kann aber beruhigen: Die Landeskirche habe vorgesorgt und beschäftige nun Pfarrer, die sich freiwillig dazu bereit erklärt haben, dort einzuspringen, wo besonderer Bedarf ist. Von diesen Springern, die bis zu zwei Kirchengemeinden übernehmen könnten, soll nun eine zur Unterstützung Pfarrer Mahlers eingesetzt werden, so Bärbel Schäfer zur BZ.

Den Namen der Interimspfarrerin mochte die Dekanin aber mit Rücksicht darauf, dass noch keine Zeit war, die Kirchengemeinde selbst zu informieren, nicht nennen. Man habe mit sechs in Frage kommenden Vertretungspfarrern gesprochen und mit der Pfarrerin eine Lösung gefunden, die aber noch ganz frisch sei. Die Dekanin bekräftigte nochmals, dass Daniel Liske die Stelle auf eigenen Wunsch wechsle. Er habe viele Konflikte stemmen müssen, aber sich sehr gut eingearbeitet und "tolle Sachen gemacht".

Autor: Victoria Langelott